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Aktivistin für Klima & die flüchtigste der Künste

· Culture

ImPuls Tanz Festival: Star-Choreografin und Tänzerin Anne Teresa De Keersmaeker im „Krone“-Gespräch über Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ im Burgtheater in Wien.

Wiedersehen mit Anne Teresa De Keersmaeker (66), der legendären Grande Dame der europäischen Tanzszene. Zum „Krone“-Gespräch kommt die gefeierte Belgierin von den Burgtheater-Proben für ihre Premiere „Il Cimento dell’Armonia e dell’Inventione“ ins Café Landtmann.

1994 gastierte sie erstmals in Wien bei ImPuls Tanz, erzählt sie und erinnert sich an Maurice Béjarts Schule, ihren Durchbruch mit „Fase“, die Gründung ihrer Gruppe Rosas 1983, ihre Heirat mit einem Steirer, die Geburt der zwei Kinder, die international Karriere machen, 15 Jahre am Brüsseler Théâtre de la Monnaie, wo sie sich 2024 nach Vorwürfen über ihren „autoritären Stil“ verabschiedete.

Verhältnis Mensch-Natur
Wir sitzen in einer Loge. Anne Teresa nippt an einer Limonade, spricht über vegetarisches Essen, ihr Engagement in feministischen Fragen. Ist „Il Cimento“, ihre Choreografie zu Vivaldis „Jahreszeiten“ aus 2024, ein Abschiedsstück? „Haben wir überhaupt noch vier Jahreszeiten“, fragt sie zurück. „Das Verhältnis Mensch-Natur ist gestört. Ich reflektiere und zelebriere, was wir durch den globalen Klimawandel verlieren. Da bin ich Aktivistin.“

Mit Radouan Mriziga entwickelte sie dafür eine geometrische Tanzsprache: Synchrone Kreise, Achterformationen. Sie tanzt selbst mit den fabelhaften vier Solisten. Gli Incogniti musizieren. „Das Gehen ist mein Tanzen“, lacht sie. „Il Cimento“ wurde international ein Hit: Triumphe in Berlin, London, Paris, Mailand, Tokio. New York folgt. Man spürt Bedauern, wenn Anne Teresa sagt: „Der Tanz ist die flüchtigste aller Künste. Was hinterlasst er? Nichts als Erinnerungen.“

Termine: Anne Teresa De Keersmaeker: „Il Cimento“, Burgtheater (17.7.); Arsenal: „A little Bit of the Moon“ (19.7.).