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An der Causa Ruck ist so vieles abstoßend

· Politics

An der Causa Ruck ist so vieles abstoßend. Der ungenierte politische Flirt des Wiener Wirtschaftskammer-Präsidenten (ÖVP) mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Rucks Chuzpe, seinem Sohn eine ÖVP-Kandidatur zu verschaffen, die einer Frau zugestanden wäre („Sie hat salutiert“). Die Unverfrorenheit, mit der dieser Mann einen Keil in seine eigene Partei treibt und die von einer Frau gestartete Strukturreform der Wirtschaftskammer gefährdet.

Und obwohl die Liste derer, die Ruck den Rücktritt nahelegen, täglich länger wird, krallt sich dieser selbstherrlich an seiner vermeintlichen Macht fest. Er weiß, dass ihn letztlich weder der Bundeskanzler noch die Präsidentin der Österreichischen Wirtschaftskammer aus dem Amt jagen können, sondern nur seine eigenen Leute – der Wiener Wirtschaftsbund ist die stärkste Fraktion im Wiener Wirtschaftsparlament.

So bleibt Ruck – vorerst – Symbolfigur für die Scheinheiligkeit jener Sorte Männer, die nach außen hin ein modernes Frauenbild vertreten. Wenn sie aber unter sich sind, dann verachten und verhöhnen sie Frauen noch immer sehr gern. Rucks Weinkeller- und Stelzen-Unterhaltungen bleiben auch ein trauriger Beweis dafür, dass über Karrieren von Männern und Frauen nicht immer transparente Verfahren entscheiden, sondern geschlossene Männernetzwerke.

Und das, wie man bei „Walter“ und „Michi“ gesehen hat, auch über Parteigrenzen hinweg.