Armut: Kindererziehung kostet Frauen die Pension
Die Rechnung zwischen Familienarbeit und finanzieller Absicherung geht für Mütter nicht immer auf. Das zeigen die Zahlen, die die „Krone“ anlässlich des „Equal Pension Day“ genau unter die Lupe genommen hat.
Man soll „Familien nicht als Rechenbeispiel oder als Business Case“ verstehen, meinte Bundeskanzler Christian Stocker nach seinem brisanten Kinderbetreuungs-Sager, der viel Kritik ausgelöst hatte. Doch spätestens am heutigen Equal Pension Day, jenem Tag, an dem Männer so viel Pension erhalten haben, wie Frauen insgesamt bis zum Jahresende, wird deutlich: Für viele Frauen ist die Familie sehr wohl mit einer bitteren Rechnung verbunden.
Wo Frauen finanziell benachteiligt sind
Frauen bekommen in Österreich durchschnittlich um 39,7 Prozent weniger Pension als Männer (siehe Grafik unten).
Frauen fehlen viele Versicherungsjahre
Die Ursachen dafür entstehen aber lange vor dem Pensionsantritt: Frauen übernehmen weiterhin einen großen Teil der unbezahlten Betreuung und Pflege, unterbrechen häufiger ihre Erwerbstätigkeit und arbeiten deutlich öfter in Teilzeit. Während 50,7 Prozent der erwerbstätigen Frauen teilzeitbeschäftigt sind, beträgt der Anteil bei Männern lediglich 12,6 Prozent. Frauen sind es, die in Karenz gehen und sich zu Hause um die Kinder kümmern. Und kommen sie danach zurück ins Berufsleben, verdienen sie im Schnitt um 16,7 Prozent weniger als davor.
Für Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl ist die Entschuldigung von Kanzler Stocker eine Steilvorlage, die sie genüsslich ausnützt: „Wir haben genug Forderungen, die der Kanzler jetzt umsetzen kann.“ Etwa, dass Teilzeitkräfte für ihre Mehrarbeit die gleiche Überstundenpauschale bekommen wie Vollzeitangestellte.