Armutsfonds: Ministerin springt mit Millionen ein
Private Spenden statt Steuergeld – so lautete der ursprüngliche Plan für den Fonds zur Armutsbekämpfung. Weil der Fonds aber leer blieb, greift nun der Bund tief in die Tasche und stellt bis 2028 insgesamt 30 Millionen Euro bereit. Vier Projekte stehen bereits fest.
Eigentlich hatte Sozialministerin Korinna Schumann auf die Großzügigkeit der Menschen gehofft, um den Fonds zur Armutsbekämpfung und Sozialen Innovation (FASI) zu füllen. Mit Schenkungen und Erbschaften sollten soziale Projekte finanziert werden – ganz ohne staatliche Budgetmittel. Doch der Fonds blieb leer, woraufhin ihn die Regierung gesetzlich verankerte und für 2026 bis 2028 mit jeweils zehn Millionen Euro dotierte. Nun also doch mit Steuergeld. „Armut zu bekämpfen, braucht neue Ideen und starke Partnerschaften. Deshalb setzen wir mit dem Fonds nicht nur auf bewährte Maßnahmen, sondern fördern auch soziale Innovationen und neue Kooperationsmodelle“, verteidigt Schumann den Fonds.
Laut Ministerin „ging es nie darum, staatliche Verantwortung auszulagern – denn Armutsbekämpfung bleibt eine zentrale Aufgabe der öffentlichen Hand.“ Der besondere Ansatz des Fonds sei, „dass Stiftungen ihr Know-how und auch finanzielle Mittel einbringen und damit gemeinsam mit der öffentlichen Hand Projekte ermöglichen. Im besten Fall wird dadurch aus einem öffentlichen Euro mehr Wirkung erzielt, weil zusätzliche Mittel und Expertise eingebracht werden.“ Das soll in einem von vier geplanten Großvorhaben auch bereits passiert sein, wie das Ministerium betont.
Vier Projekte im Kampf gegen die Armut
Die ersten vier Projekte aus dem neuen Fonds stehen bereits fest: Die Tafel Österreich erhält 1,7 Millionen Euro, um mehr überschüssige Lebensmittel zu retten und kostenlos an armutsbetroffene Menschen weiterzugeben. „Die Förderung der Tafel Österreich ist das erste bewilligte Projekt aus diesem Fonds und ein starkes Signal: Wir bekämpfen Armut, verhindern Lebensmittelverschwendung und stärken soziale Einrichtungen gleichzeitig“, zeigt sich Schumann erfreut.
Mit einem „Social Impact Bond“ sollen zudem Jugendliche, die aus Wohngruppen oder Heimen ausziehen, beim Start in ein eigenständiges Leben unterstützt werden – hier haben Stiftungen auch Gelder zur Verfügung gestellt. Das Programm „WIN – Wirkung Institutionalisieren“ soll erfolgreiche Projekte gegen Kinder- und Jugendarmut dauerhaft verankern und ausbauen. Außerdem startet mit „Housing First4Youth“ ein Pilotprojekt, das wohnungslosen jungen Erwachsenen rasch eine eigene Wohnung und begleitende Unterstützung bieten soll.