Aufstieg und Absturz einer Alpinisten-Legende
Er erfand das Freiklettern, bezwang 1200 Gipfel und zahlte den höchsten Preis: Hubert Lepka und Lawine Torrèn lassen das Leben des Bergpioniers Paul Preuß zwischen Fels, Leidenschaft und Absturz neu auferstehen. Schauplatz der szenischen Wanderung ist die Seewiese in Altaussee.
Hubert Lepka, ein Innviertler Choreograf und Regisseur, wurde durch spektakuläre Großrauminszenierungen an ungewöhnlichen Orten wie Gletschern, Flughäfen oder Flüssen bekannt, die er mit seinem Künstlernetzwerk Lawine Torrèn realisiert.
Nun lädt Lawine Torrèn zu „Paul“ ein, das ist eine szenische Wanderung an der Seewiese in Altaussee. Hier wird das Leben eines Alpinisten, der bis heute Mythos und Kult ist, re-inszeniert.
Erstbesteigung ohne Haken
Im Mittelpunkt steht der Altausseer Bergpionier Paul Preuß (1886 – 1913), der das Freiklettern, also das Klettern ohne künstliche Hilfsmittel, erfand: „Er war der größte Alpinist seiner Zeit – und stürzte in den Tod“, sagt Lepka. Im Zentrum steht Preuß‘ schwierige Erstbegehung der Trisselwand über dem Altausseer See, die Lepka zu „einem Kammerspiel verdichtet, das in der freien Natur erlebt wird“.
Liebe und Dämonen
Die Besucher wandern durch die authentische Naturkulisse, in der sich dramatische und poetische Szenen abspielen. Über Funkmikro und Ohrknöpfe hören sie Dialoge sowie Musik. „Preuß trug die Wiener Moderne in sich, den Aufbruch. Darum kommt auch Schönbergs Musik vor“, sagt Lepka. Zudem geht es um die Liebe und die Dämonen, um den Konflikt zwischen modernem Geist und der archaischen Geisterwelt der Alpen.
So werden auch die inneren Konflikte von Preuß erlebbar, der am liebsten Alleingänge am Felsen unternahm: „Er wird vom Gasteiner Extremkletterer Rudolf Hauser gespielt. Wir haben aber auch Tänzerinnen und Tänzer dabei“, verrät Lepka.
Alles spielt sich in einer felsigen Landschaft nahe der Seewiese ab, die sonst zum (bodennahen) Bouldern genutzt wird. Die Gebirgsillusion ist perfekt, wobei das Publikum nur 150 Höhenmeter überwindet: „Es ist eine gemütliche Wanderung über vier Kilometer. Feste Schuhe und dem Wetter angepasste Kleidung sind dennoch erforderlich.“
Die Anreise erfolgt mit Plätten über den Altausseer See. Zum Theatererlebnis (188 €) werden Getränke und ein Menü serviert.
Die Premiere von Paul findet am Freitag, dem 16. Oktober, um 14 Uhr statt; weitere Vorstellungen bis 25. Oktober.