Eine Grüne wollte die best ausgelastete Musicalbühne Wiens schließen. Um Geld einzusparen. Wegen dieser Fantasien pfeift jetzt sogar ihre eigene Partei sie zurück. Die FPÖ kritisiert die „Idee“ heftig.
Mit dem radikalen Vorschlag, das berühmte Ronacher im Herzen der Stadt „langfristig auszugliedern“ und für andere Produktionen zu vermieten, hat die Grüne Ursula Berner allgemeine Entrüstung ausgelöst. Ausgerechnet die erfolgreichste und best ausgelastete Musicalbühne Wiens zu schließen, ist absurd.
Für die FPÖ ist es eine „linke Schnapsidee der Sonderklasse“. „Ausgerechnet die Grünen wollen die erfolgreichste Bühne Wiens zusperren. Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen“, sagt der blaue Gemeinderat Lukas Brucker. Nun musste Grüne-Wien-Klubobmann Georg Prack zurückrudern. „Wichtig ist, die Finanzierung von Kultureinrichtungen und -angeboten auf sichere Beine zu stellen“, so der Fraktionschef der Ökos. Insbesondere kleine Einrichtungen und Initiativen wären durch die drohenden Kürzungen massiv bedroht. Parteilinie ist die radikale Idee der Kultursprecherin also nicht.
Berner ging es mit ihrem Vorschlag auch um den langfristigen Kurs der Vereinigten Bühnen. Die Stadt Wien subventioniert diese – und damit auch die Musicalbühnen – mit hohen jährlichen Fördersummen: Alleine für das Jahr 2025 brauchten sie 57,5 Millionen Euro. Für heuer waren es fünf Millionen Euro weniger. Im Jahr 2027 ist mit weiteren Einschnitten zu rechnen.
Und: Erstmals seit Jahrzehnten bekommt die VBW im Musical-Geschäft einen großen Konkurrenten vor die Nase gesetzt. Mit ATG Entertainment betritt ein internationaler Player die große Wiener Bühne. Das neue Theater im Prater fasst 1800 Sitzplätze und will naturgemäß nicht nur Statist sein.
Harter Wettbewerb zeichnet sich ab
Offiziell klingt alles nach eitel Wonne: „Kooperation statt Konkurrenz“ lautet das Motto von Stadt Wien und dem Mega-Konzern. Ein neues Großtheater werde den Kultur- und Tourismusstandort stärken, mehr Besucher nach Wien locken und den gesamten Markt vergrößern. Doch hinter den freundlichen Worten zeichnet sich ein harter Wettbewerb ab. Die Vereinigten Bühnen wollen sich auf „Krone“-Anfrage weiterhin nicht dazu äußern.