Beliebtes Theater erhält keinen Cent von der Stadt
Während andere Wiener Bühnen Millionen an Fördergeld erhalten, muss das legendäre Vindobona gänzlich ohne Subventionen auskommen. Für das Theater wird damit jede Spielzeit auch zur wirtschaftlichen Herausforderung.
Sparen ist angesagt, und das trifft auch die Kulturszene. Doch während andere Wiener Bühnen Dutzende Millionen Euro an Fördergeld erhalten, muss das beliebte Vindobona am Wallensteinplatz seit jeher ohne Geld aus dem Rathaus auskommen. Eine Förderung der Stadt hat das Theater noch nie erhalten. In Zeiten steigender Kosten und zunehmenden Spardrucks keine einfache Ausgangslage.
30.000 Euro für Miete uns Energie – pro Monat
Denn Miete, Energie, Personal und Produktionen kosten – egal, wie viele Karten verkauft werden. Neben Dinnershows werden im Theater Musicals, Konzerte, Musikshows, Varietés, Lesungen und auch Kabarettprogramme angeboten. „Es wird immer schwieriger. Trotz guter Auslastung ist das Haus nicht kostendeckend zu führen, das heißt es geht viel familiäres Geld drauf“, so Theaterdirektor Wolfgang Ebner im „Krone“-Gespräch. Alleine Miete und Energie machen im Monat rund 30.000 Euro aus.
Doch schwierig war es von Anfang an. Mit einem neuen Konzept hat der gelernte Koch und Schauspieler das Haus im Jahr 2020 wiederbelebt. Mitten im ersten Corona-Sommer öffnete Ebner im August zuerst die Gastronomie des legendären Vindobonas, im Oktober 2020 startete dann der Betrieb des Mehrspartenhauses mit Theater, Varieté, Kulinarik und Café. Nur die Investitionskosten in die Technik und in die Gastronomie betrugen eine Million Euro.
Trotzdem hält das Vindobona an seinem Kulturbetrieb fest und setzt weiterhin auf sein Programm. Ebners Appell: Das kleine Theater solle genau so behandelt werden wie alle anderen Bühnen in der Bundeshauptstadt. An dem Standort werden 30 fixe Mitarbeiter beschäftigt. Größte Kultur-Fördernehmer der Stadt waren auch im Jahr 2025 die Vereinigten Bühnen Wien (VBW). 56 Millionen Euro gingen alleine dorthin. Insgesamt flossen im vergangenen Jahr 85,8 Millionen Euro in die Großbühnen.
Doch warum bekommt das einzig bespielte Theater im 20. Bezirk bis heute keinen einzigen Cent Förderung? Aus dem Büro von Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler (SPÖ-Ticket) heißt es nur, dass die zuständige MA 7 (Kulturabteilung) „grundsätzlich ausschließlich die jeweiligen Antragsteller über Förderentscheidungen sowie die Gründe für eine Zu- oder Absage“ informiert. Außerdem gibt es „keine Auskunft über einzelne Anträge, allfällige Förderentscheidungen oder deren Begründungen“.