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Blaue Tour zwischen Tradition und „Popstar-Jubel“

· Politics

Volles Haus beim Stopp der freiheitlichen Herbsttour und Herbert Kickl in seiner alten Heimat Kärnten. Während der blaue Parteichef wie ein Popstar gefeiert wird, gibt sich dieser gewohnt laut, volksnah und „grantig“ über die Regierung.

Dutzende „stolze Patrioten“ haben sich im Gemeinschaftshaus in Feistritz/Drau versammelt, um Kickl zuzuhören. Der stattet seiner Heimatgemeinde im Rahmen der FPÖ-Herbsttour einen Besuch ab. Das Motto: „Wir sind für euch da“ – und mit „Wir“ sind am Samstag offenbar Kickl sowie FP-Kärnten-Chef Erwin Angerer und FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz gemeint.

Blaues Merchandise bei Tour
Die Stimmung ist ausgelassen, Kickl wird wie ein Pop-Star gefeiert. Flaggen, Luftballons, bedruckte Trinkbecher; sogar ein eigenes Tour-T-Shirt gibt es, das man sich vom Star-Trio signieren lassen kann.

Für die meisten Sager gibt es tosenden Applaus, für andere Lacher. Generalsekretär Schnedlitz schießt etwa lautstark gegen die Bundesregierung: „Die ÖVP hat Österreich kaputt gemacht und die Roten sind sowieso keine Partei mehr, sondern eine Selbsthilfegruppe auf offener Bühne. Weniger Prozente als Eierlikör!“

Freiheitliche Themen punkten 
Kickl selbst will die Regierung ohnehin „mit dem nassen Fetzen rausjagen“. Die Themen sind gewohnt „blau“: die vermeintlich zu teure und falsche Asylpolitik seit 2015, Abschiebung für Straffällige, die Streichung von EU-Finanzierung, Ukraine-Krieg sowie der Dauerbrenner: „Ihr werdet nach Strich und Faden belogen.“ Die Regierung habe der Bevölkerung den Rücken zugewendet, sei realitätsfern. Die Lösung der FPÖ: Ein Systemwechsel mit „Volkskanzler Kickl“.

Er gibt sich gewohnt volksnah, überzeugt mit Versprechen, die Wähler nie im Stich zu lassen. Etwa mit einem „Müttergehalt“ und der Streichung der Lohnsteuer für Mamas, die für die Kindererziehung zu Hause geblieben sind. Nebenbei wird Angst geschürt, weil wir dem „dritten Weltkrieg nahe wie nie sind“, ohne die Neutralität, für die nur die Blauen steht oder Parolen gegen „eingewanderte Vergewaltiger“. Mit der FPÖ hören sich, so Kickl, „die Spompanadeln auf!“