Der Jubel über seinen 13. Sieg beim Traditions-Pferderennen Palio di Siena währte nur kurz – denn noch während Sieger Giovanni Atzeni auf seinem Pferd „Anda e Bola“ eine Ehrenrunde drehte, wurde er von gedankenlosen Fans zu Sturz gebracht ...
Für Atzeni und alle Fans in Siena wäre es beinahe ein magischer Abend geworden. Der erfolgreiche Jockey hatte sich am Dienstagabend seinen insgesamt 13. Sieg beim traditionsreichen Palio di Siena gesichert. Damit zementierte der Italiener seinen Namen in den Geschichtsbüchern des Pferderennens, das schon seit dem Mittelalter in der toskanisches Stadt ausgetragen wird.
Doch noch während Atzeni hoch zu Ross seine Ehrenrunde drehte, kam es zu einem fatalen Zwischenfall. Fans waren auf die Rennbahn im historischen Zentrum von Siena gestürmt, um mit dem Sieger zu feiern. Doch stattdessen verursachten sie einen bösen Sturz. Atzeni knallte mit dem Kopf auf den harten Tuffstein und blieb zunächst regungslos liegen.
Sanitäter eilten herbei und brachten den 41-Jährigen mit dem Krankenwagen in ein nahegelegenes Spital. Dort wurde ein Schädeltrauma diagnostiziert. Allerdings hatte Atzeni Glück im Unglück. Es wurde als nicht schwerwiegend eingestuft – dennoch musste er zur Sicherheit die Nacht im Krankenhaus verbringen. Auch das Pferd blieb beim Sturz glücklicherweise unverletzt.
Seit dem Mittelalter Programm
Seit dem Mittelalter messen sich zwei Mal jährlich im Sommer (am 2. Juli und am 16. August – heuer auf den 18. August verschoben) Sienas Stadtteile bei dem Pferderennen, das nur etwa 90 Sekunden dauert. Dabei muss der Platz dreimal umrundet werden. Bei dem halsbrecherischen Rennen kann eines der ungesattelten Pferde auch gewinnen, wenn es ohne einen zu Sturz gekommenen Reiter ins Ziel gelangt.
Pro Rennen sind immer nur zehn der 17 Stadtteile zugelassen, und zwar auch immer jene sieben, die im Vorjahr aussetzen mussten. Die drei weiteren werden durch das Los bestimmt. Der Sieger gewinnt laut Tradition den Schutz der Jungfrau Maria für sein Stadtviertel und erhält als Trophäe das sogenannte Palio (ein Stofftuch) mit dem Abbild der Heiligen, das von bekannten Künstlern angefertigt wird. Die Stadtteile von Siena sind großteils nach Tieren benannt.