Das gilt bei neuen Nikotinprodukten jetzt
Am Donnerstag, 20. August, sind neue Regelungen im Tabak- und Nichtraucherschutzgesetz (TNRSG) in Kraft getreten. So wurden etwa neue Produkte wie Nikotinbeutel und Nikotinzahnstocher in die Bestimmungen aufgenommen. Zudem drohen ab sofort hohe Geldstrafen für das Wegwerfen von Tabakerzeugnissen auf Spielplätzen.
Wer Zigarettenstummel oder Abfälle von verwandten Erzeugnissen auf öffentlichen Spielplätzen wegwirft, muss mit einer Strafe in der Höhe von bis zu 500 Euro rechnen. In Wiederholungsfällen kann die Strafe auf bis zu 2000 Euro erhöht werden.
Mit der Novelle des TNRSG werden nun auch erstmals Produkte wie Nikotinbeutel, Nikotinzahnstocher oder Nikotinschnupfpulver ausdrücklich erfasst. Auch nikotinfreie Erzeugnisse, die Tabak- oder Nikotinerzeugnisse nachahmen, wie etwa bestimmte koffein- oder CBD-haltige Beutel, fallen unter die gesetzlichen Regelungen. So ist etwa die Abgabe solcher Erzeugnisse an unter 18-Jährige verboten. Das ebenfalls beschlossene Verbot für den Verkauf von Einweg-E-Zigaretten wird erst mit Jahresbeginn 2027 schlagend.
Zustimmung von ÖGK
Zustimmung zu den neuen Regelungen kam am Freitag von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). „Neue Produkte und neue Konsumformen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Nikotin stark abhängig macht. Es ist gleichermaßen schädlich, ob Nikotin über eine klassische Zigarette, eine E-Zigarette, einen Tabakerhitzer oder einen Nikotinbeutel aufgenommen wird: Für den Körper bleibt es ein Suchtstoff“, sagte Ulrich Radda, Facharzt für Pneumologie, in einer Aussendung.
Aromen, modernes Produktdesign und die Wahrnehmung vieler neuer Nikotinprodukte als vermeintlich harmlose Alternative können die Einstiegsschwelle für Kinder und Jugendliche senken. Bei vielen neuartigen Produkten würden noch Langzeitdaten über Jahrzehnte fehlen, sagte Radda. „Was wir aber bereits wissen: Auch beim Dampfen und Erhitzen werden Stoffe inhaliert, die die Atemwege belasten können. Wer seine Lunge bestmöglich schützen will, sollte weder rauchen noch dampfen.“
Österreich liegt beim täglichen Tabakkonsum weit über dem EU-Durchschnitt. Laut der ÖGK ist Rauchen hierzulande für jährlich etwa 8500 Todesfälle verantwortlich.