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Der Körper als politischer Schauplatz in der Kunst

· Culture

Die Linzer Künstlerin Elisa Andessner sprengt Grenzen zwischen Kunst, Körper und Gesellschaft: Das OK Linz zeigt mit „Body Counts. Körpererzählungen“ die erste umfassende Ausstellung, die in der Tradition feministischer Kunst steht. 

Seit den frühen 2000er-Jahren arbeitet Elisa Andessner an den Schnittstellen von Performance, Fotografie, Video und Installation. Ausgangspunkt ist dabei immer wieder der eigene Körper.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Frage, welche Spuren und Bilder Geschichte in Körpern hinterlässt. Das wird auch in der aktuellen Schau im OK Linz durch unterschiedliche „Body Counts. Körpererzählungen“ ausgedrückt, denn Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen sind hier versammelt.

Versteckte Gewalt und große Solidarität
In „Tattooed“ (2025) überträgt Andessner historische Darstellungen von Frauenkörpern, die um 1900 auf Schützenfest-Zielscheiben zu sehen waren, als temporäre Tattoos auf ihren eigenen Körper. So verbindet sie persönliche Erfahrungen mit Frauengeschichte und thematisiert die bis heute wirksamen Folgen von Geschlechterstereotypen und Gewalt.

In jüngeren Arbeiten erweitert Andessner ihre Auseinandersetzung mit dem Körper um eine transnationale Perspektive. So entstand die Fotoserie „Solidarity“ (2026) im Dialog mit der Anthropologin Helena Vodopija, die in Pula lebt.

Und sie beteiligte sich an internationalen feministischen Bewegungen. Weitere Fotoarbeiten Arbeiten entstanden während ihrer von der Landes-Kultur GmbH geförderten Aufenthalte in Mexiko. 

Andessner gelingt es immer wieder eindrucksvoll, feministische Theorie, historische Bildwelten und Protestformen zu einem kraftvollen Ausdruck von Emanzipation und Selbstbestimmung zu verbinden. Außerdem bezeugen Interviews über Widerstand und Hoffnung gelebte Solidarität. Die Ausstellung „Body Counts. Körpererzählungen“ ist bis 21. Februar 2027 zu sehen.