Deutsches WM-Versagen? „Keiner hilft dem anderen“
Lukas Podolski, deutscher Weltmeister von 2014, geht mit seinen Nachfolgern im DFB-Team hart ins Gericht. Beim blamabel frühen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft hätten Typen gefehlt, keiner habe Verantwortung übernommen.
„Man liegt hinten – und es rappelt sich keiner auf, keiner hilft dem anderen. Das ist keine Einheit bei der WM in Amerika gewesen, angefangen vom Trainer bis zur Mannschaft“, kritisierte Podolski im Interview mit der „Sport Bild“.
Im deutschen Team, das bereits im Sechzehntelfinale an Paraugay scheiterte, mangle es an „Mentalitätsspielern“, niemand möchte anecken. „Ein klares Beispiel ist Antonio Rüdiger: Er hat diese Galligkeit, er kann mal ein Drecksack sein, wenn es nötig ist – was dann auch wichtig ist. Das zeigt er bei Real Madrid. Aber wir meckern dann über ihn, weil er sich so verhält, wie er sich verhält.“
Nicht nachvollziehen kann der 41-Jährige die „Beschwerden vieler Experten“ in Bezug auf die Spielweise von Argentinien und Paraguay bei der WM. Mit ihrer Galligkeit seien sie immerhin weit gekommen. Diese Aggressivität allein sei nicht entscheidend, sie spiele aber eine wichtige Rolle.
„Es darf ruhig mal knallen“
„Man muss auch mal ein wenig dreckig spielen, auf dem Platz darf es ruhig mal knallen. Dieses Deutschland ist nicht mehr so gewesen wie zu meiner Zeit als Nationalspieler. Bei uns ging es zur Sache – in den Trainingseinheiten, in den Spielen. Das fehlte mir alles ein wenig bei unserer Mannschaft“, so Podolskis Analyse.