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Die Freunderln rücken für den Aufgeblattelten aus

· Politics

Sie ist oft einfach, klingt zumindest einfach – die Erklärung, warum einer (und das muss man nicht gendern, handelt es sich doch in so gut wie allen Fällen um Männer) besonders erfolgreich ist: Weil er ein besonders guter Netzwerker ist.

„Netzwerker“, erklärt uns Wikipedia, „sind Menschen, die intensiv Networking betreiben.“ Und „Networking“, wird wiederum definiert, „bedeutet den Aufbau und die Pflege von persönlichen und beruflichen Kontakten. Ziel ist ein soziales Netzwerk von Personen, die zueinander in Beziehungen stehen und sich privat, vor allem aber beruflich unterstützen.“

Diese trockene, relativ neutrale Wikipedia-Definition kann man auch anders übersetzen: Da werden Seilschaften gebildet, manche treffen sich gar in Geheimbünden, die versuchen, Einfluss auf Politik und Gesellschaft zu nehmen – was ihnen immer wieder auch gelingt.

Manche dieser „Freunderln“-Runden sind in Geheimlogen mit strengen Ritualen organisiert, andere treffen sich regelmäßig oder fallweise im Weinkeller, im Biergarten oder irgendeinem anderen politischen Hinterstübchen, um dort ihre Netzwerke zu pflegen, dabei Geschäfte und Jobs auszumauscheln.

Wenn etwas davon an die Öffentlichkeit dringt, dann ist wie im Fall Ruck von „nicht überprüfbaren Zitaten“ die Rede, und Freunderln rücken aus, um ihrem aufgeblattelten Freund den Rücken zu stärken.

Aber manchmal geht der sprichwörtliche Krug ja doch so lange zum (Bier-)Brunnen, bis er bricht.