Ein begnadeter Schauspieler mit Selbstzweifeln
In seiner Serie „Vergessene Vorarlberger“ erinnert Autor Robert Schneider an den Schauspieler Klaus Schöch. Mit seinem Talent begeisterte er unzählige Menschen – und haderte doch stets mit sich selbst.
In Feldkirch und weit darüber hinaus werden sich die älteren Jahrgänge wohl noch bildhaft an den bärtigen und beleibten Mann erinnern, der im orangefarbenen Kittel (immer ein Tick zu eng) in der Plattenabteilung von „Elektro-Lampert“ stand und die Kundschaft bediente. Ich ging damals ins BORG („MuPäd“) in der Schillerstraße, hatte meine Liebe zur alten Musik entdeckt, schwänzte den Unterricht, um mir von Klaus Schöch, dem bärtigen, beleibten Mann, die ISBN-Nummern der Aufnahmen der Bach-Kantaten unter Harnoncourt heraussuchen zu lassen. Bedächtig schlug Klaus einen dicken Ziegel von Buch auf, blätterte mit einer Eselsgeduld darin, suchte mit dem Zeigefinger nach der Nummer, die ich dann bei ihm bestellte. Er gab mir Kredit. „Bringscht m’r denn‘s Geald, wenn’s heäscht.“ Das war Klaus Schöch. So habe ich ihn kennengelernt.