Erste Entlastung: Strom wird für Briten billiger
Die Regierung des neuen britischen Premierministers Andy Burnham will die Mehrwertsteuer auf Stromrechnungen von Privathaushalten streichen. Die Maßnahme solle am 1. Oktober in Kraft treten, hieß es am Dienstag. Auch die Finanzierung steht vorerst einmal.
Im laufenden Haushaltsjahr werden die Kosten für die neue Maßnahme durch den Verzicht auf das 1,8 Milliarden Pfund (rund 2,12 Milliarden Euro) teure Programm für digitale Arbeitnehmerausweise gedeckt. Das Büro des Premierministers hatte schon im Vorfeld angekündigt, der Stopp dieses Vorhabens werde eine der ersten Amtshandlungen Burnhams sein.
Damit sollten alle Arbeitnehmer ein digitales Ausweisdokument erhalten, um die illegale Einwanderung zu bekämpfen. Ein überparteilicher Parlamentsausschuss hatte den Plan als „Fiasko“ bezeichnet.
Kabinett neu geordnet
Burnham hat versprochen, die Briten angesichts der hohen Lebenshaltungskosten zu entlasten. Er war am Montag zum neuen Premierminister ernannt worden und hatte noch am selben Tag den 66-jährigen John Healey zu seinem Finanzminister gemacht. Healey war aus Protest gegen den Kurs von Burnhams Vorgänger Keir Starmer als Verteidigungsminister zurückgetreten.
Als Finanzminister folgt Healey auf Rachel Reeves, die als loyale Unterstützerin Starmers das Kabinett verlässt. Zum neuen Außenminister ernannte Burnham den bisherigen Minister für Energiesicherheit und früheren Labour-Chef Ed Miliband. Dieser hatte in Parteikreisen als Favorit für das Finanzressort gegolten.