Es ist wieder Hochsaison für die hohen Cs
Ein Publikumshit ist an die Staatsoper zurückgekehrt: Donizettis „La fille du regiment“ begeistert mit vielen Rollendebüts, darunter Tenor Xabier Anduaga als alle überstrahlender Tonio mit bombigen Höhen.
In Tirol ist wieder Brunftzeit und der Partisan Tonio steigt Marie, Marketenderin des 21. französischen Regiments, fröhlich nach. Laurent Pellys Inszenierung, 2007 zwischen New York, London und Wien koproduziert, schnurrt herzig und brav. Selbst wenn die Pointen längst alte Bekannte sind. Einzig, ein flotteres Dialogspiel täte gut.
Dafür wird höchst proper gesungen. Erin Morley soubrettet sich etwas zart, aber allerliebst durch die Höhen und Tiefen von Maries Gefühlswelten. Der große Abräumer ist natürlich der Tonio von Xabier Anduaga, der seine neun hohen Cs in „Ah! mes amis“ mit Strahl und Kraft ins Halbrund schmettert und daneben auch zarte Töne hören lassen kann.
Herzhaft trefflich gefällt Péter Kálmáns Sulpice, und Stephanie Houtzeel bewährt sich als schrullige Marquise de Berkenfield. Dirigent Evelino Pidò ist einmal mehr der ideale Spielleiter. Hausdebütantin Brigitte Kren stretcht in der sonst Großkalibern vorbehaltenen Sprechrolle der Herzogin von Crakentorp ihre Beinchen am Flügel und proletet herb herum. Warum? Das weiß nur das Besetzungsbüro.