EU dreht weltberühmter Biennale den Geldhahn zu
Die Rückkehr Russlands zur traditionsreichen Kunstbiennale in Venedig hat nun handfeste finanzielle Folgen: Die Europäische Union stellt ihre Unterstützung für die renommierte Ausstellung ein. Gleichzeitig übt die EU scharfe Kritik an der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), russische Sportlerinnen und Sportler wieder zu internationalen Wettbewerben zuzulassen.
Die EU werde die Biennale von Venedig nicht länger finanzieren, kündigte EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Montag nach einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel an.
Keine „Schönfärberei von Aggression“
„Kultur und Unterstützung dürfen nicht zu Instrumenten der Schönfärberei von Aggression werden“, erklärte Kallas. Deshalb stelle die EU-Kommission die Finanzierung der Biennale ein.
Bereits im März hatten die Veranstalter bekannt gegeben, Russland erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 wieder an der Kunstausstellung teilnehmen zu lassen. Die Entscheidung löste in mehreren europäischen Ländern Kritik aus.
Schon im Mai hatte die EU-Kommission angekündigt, die Förderung der Biennale in Höhe von insgesamt zwei Millionen Euro über einen Zeitraum von drei Jahren auslaufen zu lassen.
Die Biennale von Venedig findet seit 1895 statt und zählt zu den bedeutendsten internationalen Kunstausstellungen. Die diesjährige Ausgabe läuft vom 9. Mai bis 22. November.
Scharfe Kritik auch am IOC
Neben der Biennale äußerte sich Kallas auch kritisch zur Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, russische Athletinnen und Athleten wieder zu internationalen Wettbewerben zuzulassen.
Die EU-Außenminister hätten diesen Schritt „aufs Schärfste“ verurteilt, sagte Kallas. Es wirke so, als würde das IOC die jüngsten russischen Angriffe, bei denen nach ihren Worten eine Rekordzahl ukrainischer Zivilisten getötet worden sei, mit der Wiederzulassung russischer Sportlerinnen und Sportler belohnen.