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Familie auf Tribüne, Torhüter „weinte und betete“

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Immer weitere Hintergründe zur Tragödie rund um den Tod von Spanien-Kicker Jesus de Miguel werden bekannt. Wie mehrere Medien berichten, mussten seine Lebensgefährtin und die gemeinsame Tochter die furchtbaren Szenen auf der Tribüne live miterleben. Auch über die Reaktion von Torhüter Jesus Owono, nach dessen Foul nun auch wegen möglicher fahrlässiger Tötung ermittelt wird, wird immer mehr publik. 

Der Tod des Fußballprofis Jesus de Miguel vom spanischen Zweitligisten CD Teneriffa nach einem schweren Foulspiel hat die Fußballwelt erschüttert. Der 30-Jährige hatte sich am Montag nach einem heftigen Zusammenprall mit Torhüter Jesus Owono vom FC Andorra vor Schmerzen gekrümmt. Auf dem Weg ins Krankenhaus hatten Rettungskräfte ihn dann wiederbeleben müssen. Im Spital ist er am Dienstag gegen 8 Uhr schließlich gestorben. 

Die Partie wurde beim Stand von 2:2 abgebrochen. Der Zwischenfall ereignete sich in der Nachspielzeit der Partie, als De Miguel in hohem Tempo kurz hinter der Mittellinie vom herausgesprinteten Andorra-Keeper mit dem Knie im Brustbereich des Stürmers gefoult wurde. Der Schlussmann sah für die überharte Aktion die Rote Karte.

De Miguel musste minutenlang behandelt werden, ehe er abtransportiert wurde. Die Spieler beider Teams wirkten vom Anblick des verletzten Spielers erschüttert. CD Teneriffa sprach zunächst davon, dass sein Zustand ernst, aber stabil sei. Dienstagfrüh teilte der Klub jedoch bereits mit, dass sich der medizinische Zustand des Spielers neurologisch verschlechtert habe. Gut vier Stunden danach gab der Klub den Tod des Spielers bekannt.

Familie war wohl auf der Tribüne
De Miguel hinterlässt seine Partnerin Maria und die gemeinsame Tochter Carla, die im Juni 2025 geboren wurde. Wie spanische und britische Medien berichten, sollen sich die beiden während des Spiels im Stadion befunden und die furchtbaren Momente von der Tribüne aus verfolgt haben.

Torhüter Owono soll unterdessen in der Kabine einen emotionalen Zusammenbruch erlitten haben, wie die spanische „AS“ berichtet. Der Nationalspieler aus Äquatorialguinea soll geweint und gebetet haben. Die Polizei nahm nun Ermittlungen wegen möglicher fahrlässiger Tötung auf. Die Behörde auf den Kanarischen Inseln betonte, dass dies eine Routinemaßnahme unter diesen Umständen sei.

Owono will sich mit Angehörigen unterhalten
Owono deaktivierte am Dienstag seinen Instagram-Account, nachdem er via Social Media als „Mörder“ beschimpft wurde. Seine Mitspieler machen sich unterdessen „große Sorgen“ um den Torhüter. Aus seinem Umfeld wird betont, dass Owono „ein fürsorglicher und sehr freundlicher Mensch“ sei und „keinerlei Boshaftigkeit“ in sich trage. 

Journalist Ivan Alvarez berichtet, dass der Goalie beabsichtigt hatte, sich bei der Familie von De Miguel für das Foul zu entschuldigen, bevor die Nachricht von dessen Tod eingetroffen war. Owono möchte sich nun zuerst mit den Angehörigen persönlich unterhalten, bevor er ein offizielles Statement abgibt. Offen bleibt unterdessen auch, ob die Familie von De Miguel ein eigenes Strafverfahren gegen den Torhüter einleiten möchte. 

„Mit schwerem Herzen möchten wir der Familie von Jesus de Miguel, all seinen Mannschaftskollegen, Freunden und dem CD Teneriffa unser aufrichtigstes Beileid aussprechen“, meldete sich unterdessen sein Klub FC Andorra mit einer Stellungnahme zu Wort.

Spiele in Spanien abgesagt, Schweigeminute im Europacup
Der spanische Fußballverband sagte alle für Dienstag angesetzten Spiele ab. Klubs aus ganz Spanien wie der FC Barcelona oder Real Madrid kondolierten, auch international war die Anteilnahme groß. Kylian Mbappe oder Lionel Messi äußerten sich via Social Media. „Mir fehlen die Worte. Mein Beileid und viel Kraft seiner gesamten Familie und seinen Freunden“, schrieb der argentinische Weltstar.

De Miguel wurde in Madrid geboren, seit dem Vorjahr spielte er für Teneriffa. Dort wurde er schnell zu einer wichtigen Stütze: Mit elf Toren trug er maßgeblich zum Aufstieg in die zweite Liga bei.

Die UEFA gab bekannt, dass vor allen Europacup-Spielen dieser Woche eine Schweigeminute abgehalten werde. „Der Tod von Jesus de Miguel Alameda hat uns zutiefst erschüttert“, sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. „Wir haben nach Worten gesucht und nur Stille gefunden.“