ÖFB-Boss: „Stehen felsenfest hinter Entscheidung“
Österreichs Fußballbund (ÖFB) trägt den Entschluss der UEFA, die WM der Männer und Frauen zu boykottieren, voller Überzeugung mit. „Wir stehen vollinhaltlich und felsenfest hinter dieser Entscheidung“, erklärte ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll.
Die 55 Mitglieder der Europäischen Fußball-Union (UEFA) gaben nach einem virtuellen Dringlichkeitsmeeting am Donnerstag bekannt, die WM bei Männern und Frauen künftig zu boykottieren, falls FIFA-Boss Gianni Infantino den angekündigten Investorendeal durchzieht.
Pröll: „Der ÖFB war ein integrativer und aktiver Teil der Gespräche sowie der Beschlussfassung. Das geschlossene Vorgehen der europäischen Verbände sendet ein starkes Signal der Verantwortung und des Zusammenhalts. Dieser Weg ist der richtige. Im Mittelpunkt muss immer der Fußball stehen. An diesem Maßstab muss sich unser Handeln orientieren.“
FIFA-Frist für 19. September angekündigt
Die FIFA hatte mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einspielen zu wollen. Laut übereinstimmenden Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung bis 19. September und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. Infantino hatte den geplanten Einstieg externer Geldgeber zuvor verteidigt. Dieser sei eine „einmalige Chance, die weltweite Entwicklung des Fußballs deutlich zu beschleunigen“. Die UEFA sieht das komplett anders und hat deshalb von Anfang an massiven Widerstand angekündigt.
Nicht nur die Idee an sich, sondern auch das Vorgehen der FIFA löste starke Irritationen aus. Die Nationalverbände wurden am Dienstag von dem neuen Plan komplett überrascht. „Es ist unverantwortlich und nicht zu rechtfertigen, dass ein so bedeutsamer Vorschlag für den Fußball im Geheimen ausgearbeitet und beinahe verabschiedet wurde, ohne die Verantwortlichen des Fußballs auch nur ansatzweise zu konsultieren“, hieß es von der UEFA nun.
Auch Tschechien unterschrieb
Dass die 55 europäischen Mitgliedsstaaten den Brief geschlossen unterzeichneten, ist bemerkenswert, weil sich der tschechische Verband am Vortag noch offen für den FIFA-Plan gezeigt hatte. „Es gibt Momente, in denen Institutionen nicht danach beurteilt werden, was sie zu akzeptieren bereit sind, sondern danach, wozu sie keine Kompromisse eingehen. Dies ist ein solcher Moment“, schrieb die UEFA im Namen ihrer Mitglieder.