Fremdenlegion à la Lagerhaus beim Bundesheer
Wie übel die Weltlage auch immer sein mag, Österreich schafft es verlässlich, jedes Problem in eine Komödie zu verwandeln. So hat am Mittwoch in der Früh ein Brigadier des Bundesheeres im ORF-Radio wegen der immer schwieriger werdenden Suche nach Rekruten sich seinen Kummer von der Seele geredet: Die Kasernen müssten bewacht werden und kochen sollte auch jemand. Und letztlich könnten dann Einsparungen nur bei den Kampfbataillonen stattfinden, malte der Offizier die heimische Version eines Feldherrnhügels von kalter Küche statt heißer Front an den Horizont.
Das klingt natürlich alles ganz furchtbar und man versteht den Bedarf an jungen Leuten für den Wehrdienst gleich viel besser.
Glücklicherweise verhält es sich in militärischen Fragen wie beim Fußball und so kommen für die Personalprobleme beim Heer vom begeisterten Verteidigungsberater Erwin Hameseder einige Ideen, die den ehemaligen Raiffeisen-Manager noch in die Liga des legendären Preußen-Generals und Meisterstrategen Carl von Clausewitz katapultieren könnten. Hameseder hatte etwa den famosen Einfall, einen freiwilligen Wehrdienst für Ausländer einzuführen, um die Personallücken zu stopfen. Als Belohnung winke den Migranten die österreichische Staatsbürgerschaft. Eine Art Fremdenlegion in der Lagerhausvariante.
„Bravo!“, hätten da die Generäle der untergegangenen Monarchie zu derlei Unfug wohl genäselt. Aber diese Zeiten sind gottlob überstanden. Hoffentlich.