Glitzerbunte Zauberflöte als flotte Wanderoper
Mit der 90-minütigen „Geheimmission Zauberflöte“ schickt die Staatsoper wieder Kinder auf eine kurzweilige Wanderoper durch das Gebäude.
Ist Kindern Kunst zumutbar? Einfach so, wie sie ist? Oder muss man sie in kindgerechte Happen teilen, sie sprachlich abholen, wo sie sind? Die Wiener Staatsoper hat sich für letzteres entschieden und Mozarts „Zauberflöte“ in eine „Geheimmission“ verwandelt. In 90 kurzweiligen Minuten wandern Kinder ab sechs Jahren dabei durch das Gebäude, sind an fünf Stationen ganz nah dran am Operngeschehen.
Hey! Ho! Sarastro!
Bei der gemeinsamen wie geheimen Mission, Pamina aus dem Tempel Sarastros zu retten, erklingen dabei viele der bekannten Mozart-Melodien aus der Oper, aber auch neue Stücke wie der Pop-Hit „Hey Ho, Sarastro!“. Orchestermusiker (inklusive Akkordeon) begleiten die kleinen Detektive. Dazwischen gibt es Rätsel- und Mitmachaktionen, flotten Jugendsprech und coole Moves.
Handwerklich ist die Produktion fein gearbeitet – von der Fassung des Komponisten Gerald Resch und dem engagierten Sängerensemble über die schwungvolle Regie von Nina Blum bis zum Dirigat von Stephen Hopkins.
Pastose Kindlichkeit
Dem jungen Publikum gefällt der glitzer-bunte wie interaktive Parcours. Als Begleitperson fragt man sich, ob die teils überanimierten Szenen und die üppig wie pastos aufgetragene Kindlichkeit wirklich nötig ist, um ein junges Publikum anzusprechen. Kinder sind klüger als man glaubt.