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Habt Mitleid mit dem Kanzler!

· Politics

Ein beleidigtes Brummen ist der neue Grundton der Regierung. Wo immer man in diesem Sommer einem von den zahlreichen Mitgliedern, Mitarbeitern, Beratern und Lobbyisten der Koalition in die Arme läuft, sprudeln aus diesen Leuten die Geschichten vom Leid und der Last großer Ungerechtigkeit nur so heraus.

Sie meinen damit sich selbst. Wie sie sich tagein, tagaus aufopfern würden und nur Undank und Spott ernten. So wie für die schon komisch verkorkste Sache mit der Wehrpflicht.

Ein wenig Mitleid könnte ja fast aufkommen für den Kanzler und seine mit Mühe zusammengehaltene bunte Truppe. Und wer hinüberschaut nach Deutschland zu Stockers auch nicht vom Glück verfolgten Kollegen Friedrich Merz, denkt sich: Na servas, bei denen läuft noch mehr schief.

Um fair zu sein: Die Lage ist schwierig. Aber trotzig zu schmollen, ist keine Lösung. Wobei man die drei Parteien der Koalition nicht in einen Topf werfen darf.

Die SPÖ ist lockerer geworden. Dort hat man sich daran gewöhnt, dass der Applaus nur noch von den paar Fans vom Babler kommt.

Bloß bei der ÖVP versteht man die Welt nicht mehr und auch nicht, warum so viele zum Kickl marschieren, obwohl man doch alles tut, um sich von der FPÖ nicht zu unterscheiden.

Unverdrossen vergnügt wirkt nur das verbliebene Personal bei den Neos: Das mag an deren von keinerlei Selbstzweifel angekränkelten Chefin Beate Meinl-Reisinger liegen. Der feste Glaube daran, alles richtig zu machen, gibt eben Kraft.