Sport

„Hand Gottes“ lebt bei Messis Premiere wieder auf

„Hand Gottes“ lebt bei Messis Premiere wieder auf

Genau 40 Jahre nach Maradonas Geniestreichen matchen sich England und Argentinien im Halbfinale am Mittwoch in Atlanta. Leo prallt erstmals in seiner Laufbahn auf die „Three Lions“ …

Eine WM auch im Zeichen der Revanche? Im Viertelfinale hatte Spanien gegen Belgien die „Schmach von Puebla 1986“ ausgebügelt, mit dem 2:1-Sieg und mit 40 Jahren Verspätung die Antwort auf das damalige, sensationelle Aus im Elferschießen geliefert. Im Semifinale wird nun ein weitaus historischeres Duell an die Oberfläche gespült.

Denn der ebenfalls im WM-Viertelfinale 1986 errungene 2:1-Erfolg Argentiniens über England vor 115.000 Fans im Aztekenstadion spaltet bis heute die Fußballwelt. Wegen der Frechheit, aber auch der Genialität des unvergessenen Diego Maradona: Indem er in Mexiko City vor 40 Jahren mit angewinkelter Hand Englands Keeper Peter Shilton überlistete, so in der 51. Minute das 1:0 erzielte. „Ein bisschen mit dem Kopf von Maradona und ein bisschen mit der Hand Gottes habe ich das Tor erzielt“, gab der Schütze dem Treffer damals gleich seinen Namen. 

Auch 2:0 für die Ewigkeit
Genial war Diegos vier Minuten später folgendes 2:0, als er von der Mittellinie loszog, fünf Gegenspieler inklusive Shilton aussteigen ließ und vollendete - das wurde zurecht später zum „Tor des Jahrhunderts“ gewählt! Narben, die in England nicht verheilt sind, eine Niederlage, die seit damals nach Revanche schreit. 1998 verpasst wurde, als Argentinien im WM-Achtelfinale erneut die Oberhand behielt, im Elferschießen gewann. Auch, weil David Beckham zu Beginn der zweiten Halbzeit mit „Rot“ vom Platz geflogen war, als Sündenbock auserkoren wurde. 2002 gab er die Antwort, traf bei der WM in Sapporo via Elfmeter zum 1:0-Sieg. Doch die Wunden von 1986 sind damit längst nicht vergessen.

Das soll nun Mittwoch in Atlanta geschehen, wenn die Teams zum sechsten Mal bei einer WM aufeinandertreffen, erstmals im Halbfinale. „Jeder erinnert sich an das Spiel 1986. Es sind legendäre Tore – nun ja, es gab zwei legendäre Tore“, weiß Englands Teamchef Thomas Tuchel. Im Aztekenstadion hatten die Three Lions“ bei dieser WM Mexiko mit dem 3:2 aus dem Achtelfinale gekickt, Tuchel dabei bereits betont: „Wir sind nicht hier, um Rache zu üben, das ergäbe absolut keinen Sinn. Wir sind hier, um ein neues Kapitel zu schreiben.“ Das gilt erst recht für kommenden Mittwoch, wenn selbst Lionel Messi mit 39 Jahren noch eine Premiere erlebt: „Gegen England zu spielen, ist immer etwas Besonderes – speziell für mich, denn es wird das erste Mal sein“, fiebert Argentinien Superstar diesem Kracher entgegen.

Vielleicht verpasst