Norwegen ließ im Gruppenspiel gegen Frankreich eine komplett neue Elf auflaufen. Dass Teamchef Stale Solbakken so stark durchrotierte, gefiel nicht allen Beobachtern. Die schwedische Legende Zlatan Ibrahimovic kritisierte die Mentalität der „Wikinger“.
Beide Teams waren sicher weiter, es ging lediglich noch um den Gruppensieg. Doch für diesen zeigte Norwegen im abschließenden Gruppenspiel gegen Frankreich wenig Interesse. Die „Wikinger“ rotierten komplett durch und schickten elf WM-Debütanten aufs Feld. Am Ende schenkte Teamchef Stale Solbakken allen Feldspielern ihr erstes WM-Spiel. Lediglich der dritte Torhüter Sander Tangvik kam als einziger der 26 Kaderspieler Norwegens nicht zum Zug.Trotz dieser großen Rotation hielt sein Team gut mit, verlor am Ende gegen den Vizeweltmeister dennoch mit 1:4.
Ibrahimovic sauer
Diese Rotation bekam jedoch ordentlich Kritik. Die schwedische Legende Zlatan Ibrahimovic etwa regte sich in seiner Funktion als TV-Experte beim US-Sender Fox Sports auf. „Norwegen hat die Chance, die Gruppe zu gewinnen und leichtere Gegner in der K.o. – Runde zu bekommen. Und trotzdem haben sie Angst vor dem Spiel“, meinte „Ibra“. Bei einem Sieg gegen Frankreich wäre Norwegen als Gruppensieger im Sechzehntelfinale auf Ibrahimovic‘ Heimatland Schweden getroffen. „Das ist nicht die Mentalität, die man braucht, wenn man für sein Land bei der Weltmeisterschaft spielt“, zeigte sich Ibrahimovic (62 Tore in 122 Einsätzen fürs Nationalteam) erzürnt.
Nichtsdestotrotz schloss Norwegen die Gruppe als Zweiter ab, trifft im Sechzehntelfinale (Dienstag, 19 Uhr) auf die Elfenbeinküste. Dort wird Solbakken aller Voraussicht nach aber wieder auf die erholten Stars um Erling Haaland zurückgreifen. „Wir wollen so lange wie möglich im Turnier bleiben. Deshalb war das eine klare Entscheidung“, rechtfertigte der Coach seine Aufstellung.