Der burgenländische Netflix-Star Christoph Krutzler (48), bekannt aus der Erfolgsserie „Crooks“, startet am 15. Oktober mit dem Stück „Nincshof“ in seine erste Spielsaison als Theaterchef. Die „Krone“ sprach mit ihm über seine Hands-on-Mentalität, seine Vision über burgenländisches Theater und darüber, was er tut, wenn er mit seinen Plänen scheitert.
„Krone“: Herr Krutzler, Sie sind seit Jänner 2026 Künstlerischer Leiter in der Sparte Erwachsenentheater in den burgenländischen Kulturzentren und eröffnen am 15. Oktober mit der Premiere von „Nincshof“ im Kulturzentrum Güssing Ihre erste Spielsaison. Warum haben Sie ausgerechnet den gleichnamigen Debütroman von Johanna Sebauer als Vorlage für Ihre erste Eigenproduktion gewählt?
Christoph Krutzler: Als „Nincshof“ vor drei Jahren erschien und zum Bestseller wurde, war auch ich fasziniert von dieser ur-burgenländischen Geschichte, die in einem fiktiven Dorf in der Nähe des Neusiedler Sees spielt und irgendwie jeden angeht. Gerade heutzutage ist man überfordert von unserer Welt, die immer komplizierter und mühsamer wird. Mich wundert nicht, dass so viele Leute einfach nur noch ihre Ruhe haben wollen – so wie die drei Männer im Buch, die sich „Oblivisten“ nennen und beschließen: „Wir wollen heraus aus der hektischen Zeit. Also muss unser Dorf Nincshof vergessen werden.“ Und die alte Erna Rohdiebl, die Freiheit im Blut hat, soll ihnen dabei helfen, dass dieses Vorhaben gelingt. Ihr aller Wunsch ist keine Utopie, sondern ein modernes Märchen mit einer zeitgemäßen Sehnsucht und einer ziemlich starken politischen und gesellschaftskritischen Botschaft. Das habe ich auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil gesagt, als ich ihn einige Zeit später zufällig auf einer Autobahnraststätte traf, an der sich die Wege vieler burgenländischer Pendler kreuzen. Als ich ihm von meiner Vision erzählte, Theater für alle Burgenländer so beliebt machen zu wollen wie Wirtshausbesuche, sprang er sofort an. So ergab eines das andere.