„Ich würde nie wieder für Deutschland spielen“
Zwei Spiele, ein Treffer. Kerem Demirbays Karriere in der deutschen Nationalmannschaft war nicht von langer Dauer – etwa wegen eines Tattoos? Hätte er noch einmal die Wahl, würde sich der 33-Jährige jedenfalls gegen das DFB-Team entscheiden.
Hintergrund: Sowohl Deutschland als auch die Türkei hatten sich damals um Demirbays Dienste bemüht. Der Mittelfeldspieler entschied sich letztlich für sein Geburtsland und flog 2017 mit Deutschland zum Confederations-Cup nach Russland, wo er gegen Kamerum sein erstes und letztlich einziges Länderspieltor erzielte.
Gefeiert hat er dieses, indem er sich das Trikot auszog, wodurch ein Tattoo, das die Umrisse der Türkei zeigt, zum Vorschein kam. Eine Aktion, die ihm wenig später die DFB-Karriere gekostet habe, wie Demirbay heute überzeugt ist.
„Was mich am meisten traurig macht, ist, dass ich während meiner gesamten Karriere nur deshalb aus dem DFB-Team geworfen wurde, weil ich dieses Trikot ausgezogen habe“, meinte der Linksfuß im Interview mit dem türkischen YouTuber Yagiz Sabuncuoglu.
„Gegen mich – weil ich Tüke bin“
Tatsächlich wurde Demirbay seither nie wieder ins Team berufen. Allerdings nicht aus sportlichen Gründen, so die Überzeugung des Kasimpasa-Profis. „In Deutschland gibt es ohnehin viel Rassismus gegen uns. Das ist eine Tatsache. Einer singt die Nationalhymne nicht, ein anderer macht so etwas mit der Karte (…) Sie gingen gegen mich vor. Weil ich Türke bin – das stört sie.“
Entsprechend bereue es Demirbay, sich damals gegen die Türkei und für Deutschland entschieden zu haben. „Ich schwöre, wenn sie mich heute anrufen würden, ich würde nicht hingehen. Ich würde nie wieder für Deutschland spielen. Die Nationalmannschaft ist mir egal“, so der zweifache DFB-Teamspieler.