„Jetzt“ erst? Minister irritiert mit Hitzesager
Seit gut sechs Wochen hat die Hitze Österreich fest umklammert, fast 400 Menschen starben alleine im Juni wegen ihr – und Landwirte beklagen massive Ernteausfälle, müssen Vieh notschlachten. Inmitten dieser Krise sorgt ein kleines Wort von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig auf Ö1 für Verwunderung. Die Bundesregierung werde „jetzt“ Maßnahmen erarbeiten. Wirklich „jetzt“ erst?
Mehr als 42 Grad wurden am Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle gemessen. Die extremsten Temperaturen sind vorerst überstanden, die Hitzewelle selbst geht jedoch weiter. Vor allem für landwirtschaftliche Betriebe bleiben die hohen Temperaturen und die Trockenheit damit eine erhebliche Belastung.
Schon vor Tagen war von Schäden in Höhe von rund 60 Millionen Euro die Rede. Nach einer für kommenden Montag erwarteten Schadenserhebung durch die Versicherungen sollte ein Hilfspaket geschnürt und von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) und Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) gemeinsam präsentiert werden. Auch Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hatte Unterstützung angekündigt.
Im Ö1-Sonntags-Journal sagte Totschnig nun allerdings: „Wir müssen als Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern JETZT Maßnahmen erarbeiten.“
Das sorgt für Verwunderung. Nicht nur, weil Österreich bereits die zweite Hitzewelle erlebt. Auch weil die Problematik seit Langem bekannt ist, sollten da nicht bereits Maßnahmenpakete vorbereitet am Tisch liegen?
Erste Ideen gegen den finanziellen Schaden
Auch wenn die Regierung offenbar erst jetzt mit den Gesprächen mit den Ländern beginnt, nannte Totschnig erste Möglichkeiten. In einem ersten Schritt könne man „beispielsweise Betriebsmittelkredite zur Verfügung stellen, Zinszuschüsse gewähren, Kreditstundungen ermöglichen“.
Damit könnten betroffene Betriebe kurzfristig finanziell entlastet werden. Offen ist weiterhin, wie umfangreich das Hilfspaket tatsächlich ausfallen wird, wie es finanziert werden soll und wann die Unterstützung bei den Landwirten ankommt.