Nach Bundeskanzler Christian Stocker rückt jetzt auch Wirtschaftskammer-Präsidentin Martha Schultz vom Wiener Landeskammer-Präsidenten Walter Ruck ab. Sie geht davon aus, „dass er die richtigen Schritte setzen wird.”
Alles begann bekanntlich mit einer Stelze im Schweizerhaus, magerlte dann die Opposition und könnte für die ÖVP letztlich in einem Scherbenhaufen enden. Die der „Krone“ vorliegenden Gesprächsprotokolle, in denen Wiens Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck geschildert haben soll, wie er Spitzenposten in der Stadt eingefädelt habe, beschäftigen die Innenpolitik. Die Aufnahmen protokollierten politischen Postenschacher und ein fragwürdiges Frauenbild Rucks. Am Montag rückte daher bereits Bundeskanzler Christian Stocker mit Kritik aus – und kündigte an, die Causa – gegebenenfalls mit den entsprechenden Konsequenzen – prüfen zu wollen.
Noch am selben Tag kam nun auch ein Machtwort aus der Wirtschaftskammer. Präsidentin Martha Schultz, die in ihrer jungen Amtszeit bereits mehrere Male hart in der Kammer durchgriff, legt Ruck nun sogar indirekt den Rücktritt nahe.
Schultz: „Vertrauen zurückzugewinnen“
„Wir befinden uns mitten in einem Reformprozess, um das in der Vergangenheit verspielte Vertrauen sukzessive wieder zurückzugewinnen. Aus diesem Grund haben mich die Aussagen von Walter Ruck umso mehr getroffen, denn diese entsprechen in keiner Weise unserem Weltbild noch unserer Kultur, wie Entscheidungen getroffen werden. Ich bin überzeugt davon, dass sich Walter Ruck der Tragweite seiner Äußerungen bewusst geworden ist und weiteren Schaden von der Wirtschaftskammer abwenden will“, so die Präsidentin. Sie gehe daher davon aus, dass Ruck die „richtigen Schritte“ setzen werde.