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Kanadierin Carson gewinnt Nobelpreis für Literatur

· Culture

Der Literaturnobelpreis geht heuer an Anne Carson (76). Die kanadische Dichterin erhält die Auszeichnung „für ihr kühnes und erfindungsreiches Werk, das im spielerischen Dialog mit der klassischen Tradition neue Formen für die zeitgenössische Literatur geschaffen hat“.

Das gab die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekannt. Der Preis ist mit zwölf Millionen Schwedischen Kronen (umgerechnet rund 1,06 Mio. Euro) dotiert. Ingrid Carlberg, Ständige Sekretärin der Königlich-Schwedischen Akademie, konnte Carson kurz vor der Verlautbarung am Telefon in Island erreichen, „wo sie dem Wind lauschte“. Die Kanadierin sei „sehr überrascht“ und „hörbar bewegt“ gewesen, hieß es.

Carson wurde am 21. Juni 1959 in Toronto geboren. Sie studierte Latein und Altgriechisch. Später arbeitete sie als Übersetzerin und Lehrende. Nebenbei schrieb Carson und brachte 1986 ihr erstes Buch heraus. „Eros the Bittersweet“ ist eine Mischung aus Roman, Poesie und altphilologischer Abhandlung und machte gleich deutlich, dass Carson sich nicht in die klassischen Kategorien einordnen lässt.

Seither hat sie mehr als ein Dutzend weiterer Bücher veröffentlicht. „Autobiography of Red“ wird von vielen als ihr Meisterwerk gefeiert, auf Deutsch kam das Buch zusammen mit dem Nachfolger „Red Doc“ als „Rot. Zwei Romane in Versen“ beim Verlag S. Fischer heraus.

Im Vorjahr ging die prestigeträchtigste Auszeichnung der Literaturwelt an den Ungarn László Krasznahorkai. Die Verleihung findet traditionell am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Mit Elfriede Jelinek (2004) und Peter Handke (2019) waren in den vergangenen Jahren auch eine Literatin und ein Literat aus Österreich unter den Ausgezeichneten.