Kultur

Krake Schani entert das Schloss Tabor

Krake Schani entert das Schloss Tabor

Im burgenländischen Neuhaus am Klausenbach heißt es ab sofort: Leinen los für „Wiener Blut“. Die Johann-Strauss-Operette, die zur Zeit des Wiener Kongresses spielt, hat man auf Schloss Tabor nun an Bord eines Kreuzfahrtschiffs verfrachtet.

Walzerkönig Johann Strauss musste vergangenes Jahr zu seinem 250-Jahr-Jubiläum einiges über sich ergehen lassen. Auf Schloss Tabor, der zweiten von Alfons Haider als Generalintendant verantworteten Spielstätte, setzt man in diesem Jahr noch eins drauf:

In der Inszenierung von „Wiener Blut“ taucht Schani als aufblasbare XXL-Krake auf. Warum? Regisseurin Rita Sereinig hat die während des Wiener Kongresses spielende Handlung an Bord eines luxuriösen Kreuzfahrtschiffs verlegt. Und so wird Graf Zedlau zum Kapitän, Premierminister Fürst Yppsheim-Gindelbach zum millionenschweren Reeder – und aus Kammerdiener Josef hat man einen Steward gemacht, der Liebesbriefe und Geheimnisse – mehr oder weniger diskret – hin- und herträgt.

Wie im Originallibretto, wo Diplomaten lieber Affären nachjagen und auf Bällen tanzen, als Politik zu machen, befinden sich auch die Passagiere tagelang auf engem Raum. Frönen dem Dolce Vita, trinken Champagner – und können dabei ihren Affären nicht entkommen.

„Wiener Blut“, uraufgeführt am 26. Oktober 1899 im Wiener Carltheater (einst in der Praterstraße 31 im 2. Bezirk), fiel beim Publikum gnadenlos durch und wurde nach einigen Aufführungen vom Spielplan genommen, das Theater ging kurz darauf pleite. Erst sechs Jahre später hauchte das Theater an der Wien der Operette mit einer runderneuerten Bearbeitung neues Leben ein. Ab diesem Moment setzte der weltweite Siegeszug ein – dank eingängiger Hits wie dem titelgebenden Konzertwalzer oder „Draust in Hietzing gibt’s a Remasuri“.

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