Kunasek empfiehlt Start der Reform erst ab 2028
Habt Acht! Der Steirer-Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) hält den Start für einen längeren Wehrdienst ab dem Jahr 2027 für „untauglich“ – und ortet darüber hinaus hohe Kosten beim neuen Kanzler-Modell (6+3).
Die Fronten im koalitionsinternen Stellungskrieg rund um die Verlängerung der Wehrpflicht bleiben verhärtet. Wie berichtet, haben sich die NEOS zwar „zähneknirschend“ dazu durchgerungen, den Wehrdienst um drei Monate Milizübungen zu erweitern. Dem Wunsch der ÖVP, parallel auch die Dauer des Zivildienstes um drei auf insgesamt 12 Monate auszudehnen, will man aber nicht entsprechen. Man habe sich in der Sache bereits mehr als nur genug bewegt, ist dazu zu hören.
ÖVP fürchtet zu attraktiven Zivildienst
Auf taube Ohren stößt das allerdings bei der ÖVP. Fast schon gebetsmühlenartig wiederholt man in schwarzen Regierungskreisen daher, warum dann eben Wehr- und Zivildienst verlängert werden müssten. „Es macht keinen Sinn, den Wehrdienst zu verlängern, ohne auch den Ersatzdienst zu verlängern“, erklärt ein schwarzer Stratege den Schlachtplan.
Man müsse schließlich kein Hellseher sein, um zu antizipieren, dass junge Männer im Falle einer reinen Verlängerung des Wehrdienstes sich in stets größer werdenden Scharen für den Zivildienst entscheiden würden. Eben das – so der Stratege – würde die Miliz „zu Grabe tragen“ und den Sinn der Reform, eine Verbesserung der Wehrfähigkeit, ad absurdum führen.
FPÖ-Landeschef: „6+3 wäre das teuerste Modell“
Einblicke in sein Lagebild gewährt der „Krone“ nun Ex-Verteidigungsminister und Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ). „Die beste Lösung für die Sicherheit Österreichs“ wäre für den Steirer-Landeschef das von der Expertenkommission empfohlene 8+2-Modell. Der „Kanzler-Kompromiss“ (6+3) wäre laut Kunasek „mit Abstand das teuerste Modell“. Nach dem Abrüsten stünden dann viele Männer im Erwerbsleben und müssen dann für die weiteren drei Monate Ausbildung viel teurer entschädigt werden. Die Mehrkosten seien im Doppelbudget auch nicht abgebildet.
„Bessere Planbarkeit“ gefordert
Ohnehin empfiehlt der Landeshauptmann, die Operation zeitlich zu verschieben. Ein Start der verlängerten Wehrpflicht ab 1. Jänner 2027 sei „für alle Betroffenen untragbar“. Es könne nicht sein, dass junge Menschen, die im Frühjahr einrücken, plötzlich mit einem verlängerten Wehrdienst überrumpelt werden. Man müsse ihnen Planungssicherheit geben. „Die jungen Menschen dürfen nicht die Dummen sein, weil sich die Bundesregierung ein Jahr lang nicht auf ein Modell einigen konnte. Auch die Arbeitgeber brauchen eine bessere Planbarkeit“, so Kunasek. Ein Start vor dem 1. Jänner 2028 komme für ihn nicht infrage.