Öl- und Gaspreise legten nach neuen Angriffen zu
Die Öl- und Gaspreise sind am Mittwoch nach neuen Angriffen im Iran-Krieg wieder gestiegen. Für Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im September wurden 87,15 US-Dollar (76,67 Euro) gezahlt und damit fast vier Prozent mehr als am Vortag.
Zuvor war der Preis für Rohöl der Sorte Brent drei Handelstage in Folge gefallen. Die USA und der Iran hatten ihre gegenseitigen Angriffe zeitweise gestoppt und damit einen Rückgang der Ölpreise ausgelöst. Wie berichtet, hat das iranische Militär in der Nacht auf Mittwoch aber wieder ballistische Raketen auf US-Truppen im Nahen Osten abgefeuert. Alle Geschosse seien abgefangen worden, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit.
Die US-Streitkräfte griffen daraufhin gemeinsam mit dem Verbündeten Saudi-Arabien „Terroristen“ an, die der iranischen Führung nahestehen sollen. Saudi-Arabiens Luftabwehr hat laut eigenen Angaben im Irak gestartete Drohnen abgefangen, die sich auf die Ölanlagen des Landes gerichtet hätten.
Hier sehen Sie das Posting von Centcom:
Nach den jüngsten Angriffen im Nahen Osten stiegen am Mittwoch die Öl- und Gaspreise wieder, darunter auch der europäische Gaspreis. Der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat kostete am Mittwochvormittag an der Börse in Amsterdam 58,44 Euro pro Megawattstunde (MWh). Zuvor war der Preis bis auf 59,55 Euro gestiegen, nachdem er am Dienstag bei 56 Euro gelegen war.
In Österreich haben die Spritpreise von Montag auf Dienstag leicht zugelegt. Diesel kostete am Dienstag im Schnitt 2,034 Euro je Liter, nach 2,028 Euro am Tag davor, zeigt der Spritpreisrechner der staatlichen E-Control. Superbenzin stieg im österreichweiten Schnitt leicht von 1,869 Euro/Liter auf 1,874 Euro.
Keine Entspannung am Ölmarkt erwartet
Am Ölmarkt wird vorerst nicht mit einer Entspannung gerechnet. „Die anhaltende Bedrohung durch Raketen, Minen, Drohnen und Maßnahmen Teherans wird einen erheblichen Teil des Schifffahrtsmarktes davon abhalten, sich zu engagieren“, heißt es in einer Einschätzung der Investmentbank RBC Capital Markets. Mittwochfrüh passierten nur wenige Schiffe die Straße von Hormuz.
Neuer Vorschlag zur Straße von Hormuz
Vertreter aus dem Oman treiben derzeit einen Kompromiss voran, um den Streit um die Meerenge zu lösen. Man habe sich die Unterstützung anderer Golfstaaten gesichert, sagte ein Insider am Dienstag. Der Vorschlag sehe vor, dass der Iran nicht die alleinige Kontrolle über die Meerenge haben werde und Gebühren nur auf freiwilliger Basis zu entrichten seien. Das System würde sich an der Handhabung in der Straße von Malakka orientieren, wo Indonesien, Malaysia und Singapur von Frachtern freiwillige Beiträge zur Finanzierung von Navigation, Umweltschutz und Rettungseinsätzen erbitten.
Die iranische Führung hatte zuvor gesagt, die Straße von Hormuz gemeinsam mit dem Oman verwalten zu wollen. Dieser solle das gegenüberliegende Ufer kontrollieren. Zudem will der Iran Nutzungsgebühren für Schiffe erheben. Die USA lehnen das ab.