Bewerbungsfrist vorbei! Für die 13 Direktoren-Jobs im ORF gibt es so viele Kandidaten wie noch nie. Der neue ORF-Chef Clemens Pig verspricht ein faires Verfahren. Wer sich ein Amt zutraut, warum Klagen fix sind.
Um Mitternacht war Sendeschluss. Bis dahin durften sich alle, die sich berufen fühlen, für 13 ORF-Spitzenjobs bewerben, vier Direktoren am Küniglberg und neun Landesdirektoren werden gesucht. Das Match wird hart. „Für jeden Posten gibt es mindestens zwei bis drei, die gut geeignet sind“, sagt jemand, der mit dem Bestell-Vorgang vertraut ist.
Personalberater reden mit
Bis 11. August wird in einem dreistufigen Verfahren eine Auswahl getroffen. Zunächst werden alle Chancenlosen ausgeschieden. Dann erstellen ein Personalberater aus Deutschland und einer aus der Schweiz gemeinsam mit dem künftigen ORF-Generaldirektor Clemens Pig eine Shortlist. Die Auserwählten werden dann zu einem persönlichen Gespräch eingeladen.
Bewertet werden die Kandidaten anhand einer Scorecard mit jeweils drei Einstufungen. Das ist relevant, weil eine neue EU-Gesetzgebung eine genaue Begründung von Bestellungen vorschreibt. Es wird fix mit Klagen gegen Ernennungen gerechnet.
Bewerben konnte man sich unter einem eigenen Mail-Postfach, in das nur Pig Einblick hat. Er hält Namen unter Verschluss, deshalb blüht es auf der Gerüchtewiese. Allein für „Programm und Brands“ soll es sechs kundige Bewerber geben, darunter Michael Krön, Chef-Producer im ORF, Angelika Simma-Wallinger, Chefredakteurin im ORF Vorarlberg, und Medienberater Matthias Settele, der sich für drei der vier Direktionen empfiehlt.
Ansturm auf Programm-Direktion
Für „Finanzen“ kursieren die Namen Helga Berger, aktuell im EU-Rechnungshof, und ORF3-Chefin Kathrin Zierhut-Kunz, die sich erfolglos um den Generaldirektoren-Job beworben hat. Das hat auch die ehemalige ORF-Reporterin Sonja Sagmeister hinter sich. Sie soll sich mit ORF-Newsroom-Boss Sebastian Prokop um die Direktion „Audience und Plattformen“ rittern.
Bunt ist auch das Rennen um die Länder-Direktionen. „Die Landeshauptleute sollen erst aus der Zeitung erfahren, wer es wird“, verspricht Pig eine faire Wahl. Ob er sein Österreich wirklich gut kennt?