Lara Gut-Behrami: „Ohne Rennen ist alles schöner“
Lara Gut-Behrami genießt die Zeit nach ihrer erfolgreichen Ski-Karriere. „Seit ich keine Rennen mehr fahre, ist alles deutlich schöner geworden“, sagt die 35-jährige Schweizerin.
Sie wollte nicht einmal bis zur Heim-WM 2027 weitermachen. Anfang August gab Lara Gut-Behrami ihren Rücktritt bekannt. Gegenüber der Schweizer Tageszeitung „Tages-Anzeiger“ erzählt sie nun die Hintergründe ihrer Entscheidung.
Nach ihrem Kreuzbandriss im November wollte die 35-Jährige erst einmal wieder zu 100 Prozent gesund werden. Im Juli fragte sie sich, als sie fit genug für die Ski war: „Fühlt sich das für mich noch richtig an?“ Ihre Antwort war Nein ...
Dann folgte schließlich das Karriereende. „Seit ich keine Rennen mehr fahre, ist alles deutlich schöner geworden“, sagte sie nun. Der ständige Druck sei weg.
In ihrer Karriere feierte sie 48 Weltcupsiege, 101 Podestplätze, sechs kleine und zweimal die große Kugel. Sie ist Olympiasiegerin im Super-G und zweifache Weltmeisterin.
„Ich bin immer noch derselbe Mensch“
Der Wechsel ins Leben als Ski-Rentnerin sei weniger radikal als gedacht: „Ich bin immer noch derselbe Mensch“. Schlafrhythmus und Essgewohnheiten seien ähnlich geblieben. Sie müsse aber nicht mehr Wetterprognosen verfolgen und könne bis Mitternacht Filme schauen. „Ich trainiere immer noch. Aber es geht nicht mehr darum, wie viel Gewicht ich stemme, sondern darum, was mir guttut.“
Gut-Behramit sagte weiter: „Ich machte mir zu Beginn nie wirklich Gedanken über ein Comeback.“ Ihr sei es um die vollständige Genesung gegangen. Wichtig war ihr, selbst über den Rücktritt zu entscheiden: „Die Entscheidung lag in meinen eigenen Händen.“ Auch eine Goldmedaille bei der Heim-WM war für sie kein Anreiz: „Das wäre die Monate nicht wert gewesen, die ich hätte opfern müssen.“
Mit ihrer Entscheidung ist Gut-Behrami im Reinen. „Alles wird schwieriger mit dem Alter“, sagte sie. „Ich spürte einfach: Es macht keinen Sinn, dass ich zurückkomme.“