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Marie-Luise Stockinger: „Das lerne ich jetzt“

· Culture

Marie-Luise Stockinger hat die Leitung der Sparte „Literatur & Theater“ der Salzkammergut Festwochen Gmunden übernommen, wir haben darüber berichtet. Im Gespräch mit der „Krone“ plaudert sie über ihre Pläne und über ihre „Herzensprojekte“.

Es gilt als „Generationenwechsel“: Ab sofort hat Marie-Luise Stockinger die Leitung der Sparte „Literatur & Theater“ der Salzkammergut Festwochen Gmunden inne, sie folgt darin Karin Bergmann nach, wir berichteten bereits darüber.

Nun plaudert die 33-jährige Schauspielerin, die aus Linz stammt, über ihre Pläne im Salzkammergut. Ihre steile Karriere am Burgtheater und im TV verfolgt sie freilich weiter, darum wird sie ihre Aufgabe im Salzkammergut gemeinsam mit Sahba Sahebi – er ist Regisseur, Autor und Dramaturg – bestreiten.

„Krone“: Was hat Sie überzeugt, dass Sie diese Aufgabe bei den Festwochen annehmen?
Marie-Luise Stockinger: Ich komme ja nicht aus dem Kulturmanagement, sondern stehe auf der Bühne oder vor der Kamera. Zuerst dachte ich, das kann ich nicht. Dann dachte ich, so eine Aufgabe wird mir nie wieder angeboten, das lerne ich jetzt einfach! Und überwinde zugleich die lästige Angst, dass meine Phantasie nicht interessant genug ist. Menschen, die man schätzt zusammenzubringen, und sich mit Themen zu befassen, die einen selber interessieren – das kann man nicht ablehnen!

Was werden Sie fortsetzen, was wird neu gestaltet?
Gerade sind Sahba Sahebi und ich dabei, Schlüsselelemente für uns neu zu ordnen. Gmunden ist nicht Salzburg ist nicht Wien! Das ist das Aufregende. Wir können den Weg fortsetzen, ein feinsinniges Festival zu kuratieren, das Theater und Literatur ernst nimmt, zugleich unterhält und – das wünsche ich mir – jungen Künstlerinnen und Künstlern den Raum gibt, sich vorzustellen. Und zu begeistern. Vielleicht wird Gmunden der Hotspot für Talente-Entdeckungen. Wer weiß.

Werden Sie die Kooperation mit Landestheatern bei der Schauspielproduktion der Salzkammergut Festwochen Gmunden fortsetzen?
David Bösch und ich sind natürlich im Gespräch. Er war einer der ersten Regisseure, mit denen ich am Burgtheater gearbeitet habe. Ich freue mich auch darauf Bernhards „Elisabeth II.“ im Herbst in Linz zu sehen. Aber wie das bei jeder Intendanz der Fall ist: Einiges wird neu, einiges wird weiterentwickelt. Sonst bräuchte es mich ja nicht.

Werden Sie selbst auch Abende in der Sparte Theater und Literatur gestalten, also selbst in Gmunden auftreten?
Die Abende werden von Sahab Sahebi und mir programmiert und erdacht sein. Selber dann auch noch auf der Bühne zu stehen, das schaffen meine Nerven nicht. Und meine Aufgabe ist es ja, anderen eine Bühne zu geben und nicht mich selber zu besetzen.

Schauplatzwechsel nach Wien, wo Sie leben und arbeiten: Was ist momentan ihr Herzensprojekt an der Burg, im Film? Verraten Sie uns ein bisschen etwas.
Alles, woran ich gerade arbeite, sind meine Herzensprojekte, weil sie mich komplett einnehmen. Jetzt ist „Merlin oder Das Wüste Land“ im Akademietheater zu sehen, im Frühjahr arbeite ich wieder mit Frank Castorf am Burgtheater an Doderers ‘Die Strudlhofstiege‘. Wer ‘Glaube, Liebe, Hoffnung‘ am Akademietheater noch nicht gesehen hat – ich spiele die Elisabeth – soll kommen! Es ist ein ganz eigenes Theatererlebnis. Und: Im Kino läuft ‘AMS‘, ein bissige, schwarze Komödie von Sebastian Brauneis über den Sozialbehördendschungel. Ich spiele darin eine Beamtin, die das „wandelnde Böse einer Behörde“ verkörpert.