Kultur

Markus Hinterhäuser ist weg – und doch omnipräsent

Markus Hinterhäuser ist weg – und doch omnipräsent

Wertschätzung von Künstlern, Solidarität vom Publikum, ein beseeltes Programm: Ex-Intendant Markus Hinterhäuser ist nach wie vor der allgegenwärtige Spiritus Rektor der Salzburger Festspiele 2026.

Er ist weg – und doch überall. Markus Hinterhäuser ist nach einem eskalierten Disput mit dem Kuratorium im Frühjahr zwar formal nicht mehr Intendant in Salzburg. In den ersten Tagen des Festivals zeigt sich jedoch deutlich – er hat diesen Sommer nicht nur programmiert, sondern trägt ihn auch.

Einmal durch die außergewöhnlichen künstlerischen Konstellationen – der eindringliche Auftakt mit Teodor Currentzis, das imposante inszenierte Konzert der Ausnahmegeigerin Patricia Kopatchinskaja oder dieser unglaubliche Oscar-Wilde-Monolog von Jens Harzer. All diese Projekte tragen ganz klar Hinterhäusers Handschrift, atmen seinen Geist.

Dazu kommt die Wertschätzung der Künstler: Patricia Kopatchinskaja etwa bedankte sich auf offener Bühne nach dem Jubel für „Les adieux“ mit sehr persönlichen Worten bei Markus Hinterhäuser für alles, „was er für die Kunst und für die Festspiele geleistet hat“. Auch im Publikum ist dieser Tage Unterstützung nicht nur hörbar, sondern auch ersichtlich. So trugen etwa Besucher des Auftaktes in der Kollegienkirche Anstecker, auf denen das Konterfei des langjährigen künstlerischen Chefs aufgedruckt war – Solidaritätsbekundung und stiller Protest in einem.

Der Kunst verpflichtet
Und Markus Hinterhäuser? Öffentlich äußern möchte er sich vorerst nicht. Doch auch er scheint sich den Künstlern verpflichtet zu fühlen, ist in der Stadt, besucht Konzerte, schüttelt Hände. Ob es mit Karin Bergmann, seiner Wunsch-Schauspielchefin und nun Nachfolgerin als Interims-Intendantin, zur Aussöhnung kommt, bleibt abzuwarten. Immerhin verdichten sich die Zeichen, dass Hinterhäuser die beiden Konzerte – mit Bariton Matthias Goerne und Pianist Igor Levit – Ende Juli und Mitte August spielen wird.

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