Mehr Jugendkriminalität: Wiens Bezirken reicht es
Weil die Jugendbanden wienweit derzeit auf dem Vormarsch sind, fordern sämtliche Bezirkschefs nun ein hartes Durchgreifen.
Brutale Überfälle auf Passanten, Gewalt unter Jugendlichen und immer jüngere Tatverdächtige verunsichern viele Wiener – wir berichteten. Doch ein genauer Blick zeigt: Die steigende Jugendkriminalität in manchen Grätzeln der Bundeshauptstadt ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. In mehreren Bezirksteilen wurden in den vergangenen Monaten zusätzliche Maßnahmen gesetzt.
Mehr Polizeistreifen, verstärkte Kontrollen, mehr Sozialarbeiter und eine engere Zusammenarbeit mit Schulen und Jugendeinrichtungen sollen verhindern, dass Jugendliche überhaupt auf die schiefe Bahn geraten. In der „Krone“ fordern die drei Bezirksvertreter der ÖVP und sogar die grüne Bezirkschefin von Währing jedenfalls rasche Konsequenzen für Intensivtäter und mehr Unterstützung bei der Präventionsarbeit. „In der Inneren Stadt haben wir vereinzelt Beschwerden“, so City-Bezirksvorsteher Markus Figl. Von der Stadt fordert der ÖVP Wien-Chef jetzt ein Gesamtkonzept. Die angekündigte Auszeit-WG sei „eine reine Symptombekämpfung“.
Andere Bezirke schlagen hingegen deutlich leisere Töne an. Dort heißt es, man beobachte die Entwicklung zwar genau, von einer flächendeckenden Bandenproblematik könne aber keine Rede sein. Etwa in Landstraße, in Margareten oder auch in Ottakring. Einzelne Vorfälle gebe es zwar auch dort, sie seien jedoch nicht mit den bekannten Hotspots vergleichbar.
Doch manchmal kann sich die Sicherheitslage auch schnell wieder ändern. So erklärt Simmerings SPÖ-Bezirkschef Thomas Steinhart in der „Krone“, dass Simmering seit der Inbetriebnahme der Sonderanstalt für den Jugendvollzug im Jahr 2025 neuen Herausforderungen ausgesetzt und mit unvorhersehbaren Konflikten konfrontiert sei.