„Mir wurde empfohlen, nicht selbst Auto zu fahren“
Offene Worte von Tonda Eckert! Der deutsche Trainer sprach über die Spionage-Affäre des englischen Zweitligisten FC Southampton und enthüllte sogar Morddrohungen: „Ja, das konnte auch nicht mehr ohne Polizei ablaufen. Ich möchte nicht auf Details eingehen, nur so viel: Mir wurde empfohlen, nicht mehr selbst zu fahren, sondern hinten im Auto zu sitzen.“
Tonda Eckert hat viele schlaflose Nächte hinter sich. „Es gab sie. Vor allem gab es ein permanentes Gedankenkarussell. Als Cheftrainer bin ich für eine Entscheidung verantwortlich, die wir sehr bereuen“, sagte der 33-Jährige im Gespräch mit dem „kicker“.
Ausschluss und Vier-Punkte-Abzug
Was war passiert? Der FC Southampton musste in der vergangenen Saison seinen Aufstiegstraum nach einer Niederlage vor dem Schiedsgericht im Zuge eines Spionage-Skandals begraben. Der Klub war von der EFL angeklagt worden, weil ein Mitarbeiter der „Saints“ vor dem Play-off-Halbfinal-Sieg eine Trainingseinheit des Gegners FC Middlesbrough ausspioniert haben soll. Daraufhin wurde Southampton aus den Championship-Play-offs ausgeschlossen und mit einem Vier-Punkte-Abzug für die kommende Saison bestraft.
„Die Konsequenzen hätten für den Verein und die Mannschaft kaum härter sein können. Dann kommt eine öffentliche Wucht, auf die einen nichts vorbereitet“, schildert Eckert, der von der Regel, dass ein Verein in den 72 Stunden vor einem Spiel das Training eines anderen Klubs nicht beobachten darf, offenbar nichts wusste.
Sperre droht
„Ich habe es aber autorisiert, deshalb liegt die Gesamtverantwortung bei mir. Gerade in England sind in der Rolle des Managers viele Aufgaben gebündelt. Die Entscheidung war falsch und hatte riesige Folgen für Spieler, Fans und den Verein“, sagt Eckert. Er ist vom Fußballverband FA angeklagt worden und könnte zusätzlich zu den Konsequenzen für den Club gesperrt werden.