Mord an US-Politikerin: Lebenslange Haft für Täter
Vor mehr als einem Jahr sind die US-Politikerin Melissa Hortman und ihr Ehemann in ihrem Haus erschossen worden. Nun wurde der Täter (59) zu zweimal lebenslanger Haft plus 40 Jahren verurteilt. So soll eine vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis ausgeschlossen werden.
Der Täter hat gestanden, die Demokratin Hortman und ihren Ehemann im Juni 2025 erschossen zu haben. Wie berichtet, hatte sich der 59-Jährige als Polizist verkleidet und am Haus der Hortmans geläutet. Als ihm die Tür geöffnet wurde, erschoss er die beiden kaltblütig. Melissa Hortman saß für die Demokratische Partei im Kongress des US-Bundesstaats Minnesota. Nach seiner Tat konnte der Schütze zunächst flüchten und lieferte sich einen weiteren Schusswechsel mit der Polizei.
Zuvor hatte er bereits den demokratischen Politiker John Hoffman und seine Ehefrau Yvette durch Schüsse schwer verletzt. Die beidem mussten operiert werden und überlebten schwer verletzt. Im Auto des Täters fanden die Ermittlerinnen und Ermittler später eine Art Todesliste mit mehr als 45 Namen von Politikerinnen und Politikern. Der 59-Jährige dürfte von einem Hass auf die Demokratische Partei angetrieben worden sein. Zudem sei er offenbar Abtreibungsgegner, wurde mitgeteilt. Demokratinnen und Demokraten treten tendenziell für ein liberales Abtreibungsrecht ein.
Auf Todesstrafe verzichtet
Vor Gericht gestand der Täter auch den Mordversuch an Hoffman und seiner Ehefrau. Die Anklage in Minneapolis hatte zuvor auf die Forderung nach der Todesstrafe verzichtet. Bundesrichter John Turnheim sprach von einem „brutalen Angriff auf gewählte Amtsträger und ihre Familien“. Es komme einem „Angriff auf die Demokratie“ gleich. Am Donnerstag wurde der Mann zu zweimal lebenslanger Haft plus 40 Jahren verurteilt.
Die Vereinigten Staaten werden immer wieder von politischer Gewalt erschüttert. US-Präsident Donald Trump wurde etwa während eines Wahlkampfauftritts 2024 durch einen Schuss am Ohr verletzt. Im vergangenen September erschoss ein Mann den Trump-nahen Aktivisten Charlie Kirk.