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Nach der Peitsche winkt Trump jetzt mit Zuckerbrot

· War chronicles

Kurz nachdem das US-Parlament verschärfte Sanktionen gegen Russland auf den Weg gebracht hat, kommt aus dem Weißen Haus das gegenteilige Signal. Offenbar will man dort den russischen Präsidenten Wladimir Putin mit der Aussicht auf lukrative Wirtschaftsdeals besänftigen.

In den Bemühungen um Frieden zwischen Russland und der Ukraine scheint die US-Regierung unter Trump eine Politik von Zuckerbrot und Peitsche zu verfolgen. Der Präsident hatte seine Zustimmung signalisiert, das Paket voll Strafmaßnahmen für Russland, das der Kongress am Mittwoch verabschiedete, zu unterzeichnen.

Gleichzeitig will Trump, der so gerne „Deals“ abschließt, offenbar genau das mit dem russischen Machthaber tun, wie die „New York Times“ berichtet. Das hieße, von der Devise abzurücken, die er vor dem Gipfeltreffen mit Putin in Alaska im August 2025 ausgab: Keine Geschäfte mit Russland, bevor der Krieg beendet ist.

Washington will guten Willen zeigen
Indem man Wirtschaftsabkommen mit Russland abschließt, ohne als Vorbedingung dafür einen Waffenstillstand mit der Ukraine zu fordern, wolle man Moskau zeigen, dass man es mit einem Neustart der Beziehung ernst meint. Das erklärten zwei namentlich nicht genannte Quellen, die mit den Verhandlungen zwischen Moskau und Washington vertraut sind, gegenüber der US-Zeitung.

Der Grund für den Stimmungswandel ist das Patt in den Verhandlungen: Russland rückt nicht von der Forderung ab, dass die Ukraine den gesamten Donbass räumen muss, bevor es ernsthafte Friedensgespräche gibt. Kiew weigert sich aber, das Staatsgebiet kampflos dem Aggressor zu überlassen. Die USA suchen daher nach neuen Ansätzen, um Russland dazu zu bewegen, die Kampfhandlungen einzustellen.

Anreiz für Eliten
Mit der Aussicht auf Deals wolle man Anreize für die russische Elite schaffen, der Führung im Kreml einen Friedensschluss schmackhaft zu machen, so ein anonymer US-Beamter. Attraktive Geschäfte mit den USA könnten „antiamerikanische Hardliner im Umfeld von Putin davon überzeugen, dass Trump tatsächlich eine neue Beziehung zu Russland aufbauen will“, zitierte die „New York Times“ den Beamten.

Das ist nicht völlig von der Hand zu weisen. Angesichts der schwächelnden Wirtschaft haben russische Top-Manager Putin bereits vor Monaten dazu gedrängt, den Krieg zu beenden. Bisher freilich ohne Erfolg.

„Russisch-amerikanische Projekte“
Welche konkreten Abkommen infrage kommen, ist noch nicht bekannt. Offenbar wurde darüber aber bereits geredet. Nach dem Treffen der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner mit Wladimir Putin erklärte Juri Uschakow, außenpolitischer Berater des Kreml, man habe über „wirtschaftliche Themen und potenzielle große, für beide Seiten vorteilhafte russisch-amerikanische Projekte“ gesprochen.