Nächster Rücktritt im Lager der ÖSV-Abfahrerinnen! Nachdem zuletzt mit Mirjam Puchner bereits die Abfahrtsvizeweltmeisterin von 2025 in Saalbach ihr Karriereende bekanntgab und vor wenigen Tagen auch die Tirolerin Lena Wechner einen Schlussstrich zog, lässt es nun auch eine Vorarlberger Speedspezialistin.
„Natürlich fällt mir diese Entscheidung nicht leicht, weil ich mein ganzes Leben lang Skigefahren bin und alles dafür gegeben habe. Aber es ist jetzt an der Zeit, meine aktive Karriere zu beenden“, sagt Vanessa Nußbaumer. Leicht gefallen ist der 27-Jährigen dieser Schritt aber ganz und gar nicht, zumal sie auf bestem Weg ist, nach einer Operation am 13. April erstmals seit fast drei Jahren schmerzfrei zu sein.
Ein verhängnisvoller Sturz
Am 23. November 2023 hatte sich die Sibratsgfällerin bei einem Trainingssturz in Copper Mountain (US) einen komplizierten Bruch des rechten Schien- und Wadenbeins zugezogen. Einen ersten Comebackversuch im Dezember 2024 musste sie wegen anhaltender Schmerzen abbrechen und die Saison im Jänner 2025 vorzeitig beenden. Stattdessen wurde „Nessi“ im Sanatorium Hochrum der Marknagel entfernt, der ihr beim Eingriff in den USA eingesetzt worden war.
Comeback am Podium
Am 1. Dezember des Vorjahres war es endlich so weit: Die Head-Pilotin gab bei einer FIS-Abfahrt in Gröden (It) mit Rang fünf ihr Renncomeback und stand am 20. Jänner als Super-G-Dritte in St. Anton am Arlberg erstmals wieder am Europacup-Podest. Im Weltcup durfte Nußbaumer dann aber erst im Fassatal (It) Anfang März wieder ran, wo sie im Super-G als 31. die Punkte nur um 0,07 Sekunden verpasste.
Erfolgreiche Operation in Graz
„Allerdings bin ich die ganze Saison mit Schmerzen gefahren und die Ärzte haben gesagt, dass das auch nimmer besser wird“, erzählt Nessi, die sich daraufhin bei Professor Christian Kammerlander – der schon Nina Ortlieb erfolgreich operiert hatte – in Graz für einen weiteren Eingriff entschied. „Direkt nach der OP waren die Schmerzen gewaltig, nach einer Woche dafür komplett weg“, verrät die Bregenzerwälderin, die trotz der positiven Entwicklung nun einen Schlussstrich zieht.
Kein Servicemann
Da ich letzte Saison trotz Schmerzen gefahren bin, habe ich keinen Verletztenstatus bekommen und jetzt meinen Kaderplatz im ÖSV verloren. Zwar ist mir ein Mittrainiererstatus angeboten worden, allerdings ohne Servicemann“, verrät Vanessa. „Nachdem ich auch vom Bundesheer nicht mehr unterstützt werde, ist das für mich aber einfach nicht mehr finanzierbar.“ Was sie nach ihrem Karriereende macht, ist noch offen. Eine Rolle als Trainerin kann sich Nessi zwar vorstellen – aber nur beim Nachwuchs.