NEOS: Wo unbequeme Meinungen keinen Platz haben
„Freiheit, Fortschritt, Gerechtigkeit“ haben sie sich auf die Fahnen geheftet, die NEOS. Große Ansprüche, große Ziele hatten sie, als sie als „Das neue Österreich“ 2012 von Matthias Strolz und Veit Dengler gegründet wurden.
Der recht verhaltensauffällige Strolz ging ein paar Jahre danach verloren. Als er sich später für einen Ministerjob in der türkis-rot-pinken Koalition interessierte, knallte man ihm die Tür gleich vor der Nase zu.
Jetzt hat man auch Veit Dengler, der es zuletzt immerhin in den Nationalrat, aber auch nicht auf die Regierungsbank geschafft hatte, vor diese Tür gesetzt.
Der Ex-Medienmanager Dengler, ein unbequemer Abgeordneter, hat bei den NEOS nichts mehr verloren, weil er zu oft unbequeme Wahrheiten ausspricht. Wenn er sich dann wie in der Vorwoche in der Nationalrats-Budgetdebatte zu Wort meldet und die in Österreich viel zu hohe Parteienförderung anprangert – dann ist wirklich Schluss.
Umgehend tagt ein Parteitribunal. Zeichnet das der Abgeordnete am Handy auf, hat man ihn am sprichwörtlichen „Krawattl“.
Die als Außenministerin in der Welt herumjettende Parteichefin Beate Meinl-Reisinger hinterlässt zwar weder in der Welt noch in der Regierung echte Spuren – dafür säubert sie die Partei. Unbequeme Geister, unbequeme Meinungen haben da keinen Platz.
Aber doch! Ihr hochgradig verhaltensauffälliger Staatssekretär Sepp Schellhorn darf weiter den Regierungskasperl spielen. Verkehrte pinke Welt.