Netanyahu wollte „Freund“ vom Krieg überzeugen
Das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu im Weißen Haus ist beendet. „Bibi“ hätte seinen „Freund“ davon überzeugen wollen, dass der Iran noch immer eine außerordentliche Bedrohung darstelle.
Berichten zufolge wollte Netanyahu Trump Geheimdienstinformationen über mutmaßliche Bestrebungen des Irans vorlegen, seine militärischen Fähigkeiten wieder aufzubauen. Dazu gehörten auch angebliche Bestrebungen von Irans oberstem Führer, Ayatollah Mojtaba Khamenei, auf eine Atomwaffe hinzuarbeiten. Teheran dementiert dies schon seit Jahren.
Angesprochen auf Berichte, dass Netanyahu bei seinem Treffen mit ihm über Aktivitäten rund um eine mutmaßliche Atomeinrichtung im Iran sprechen wolle, die als „Pickaxe Mountain“ bekannt ist, sagte Trump: „Nun, ich brauche Bibi nicht, um mir das zu sagen. Bibi erzählt mir das, weil er möchte, dass ich weiterhin involviert bleibe.“ Medienberichten zufolge könnte Netanyahu Trump um die Zustimmung zu neuen Angriffen Israels im Iran bitten.
Details aus dem Gespräch sind noch nicht bekannt. Netanyahu ließ im Vorfeld lediglich wissen, dass er sich nun mit seinem „Freund“ unterhalte. Vor einer richtungsweisenden Parlamentswahl in Israel im Oktober ist es für ihn allerdings auch entscheidend, Einigkeit mit Trump zu zeigen.
Treffen „positiv und produktiv“
Trumps Sprecherin Karoline Leavitt informierte darüber, dass das Treffen nach knapp anderthalbstündiger Begegnung beendet war. Unmittelbar zuvor hatte Trump im Oval Office bereits den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj empfangen. „Beide Treffen verliefen positiv und produktiv!“, schrieb Leavitt.
In den vergangenen Monaten galt das einst gute Verhältnis zwischen den USA und Israel wegen der Differenzen im Iran-Krieg als belastet. Während Netanyahu den Krieg Medienberichten zufolge fortsetzen will, lag Trumps Fokus zuletzt auf einer diplomatischen Lösung. Netanyahu hält israelischen Medien zufolge weiter am Sturz der iranischen Führung fest.
Es wird erwartet, dass beide sowie auch Selenskyj später an einer Gedenkveranstaltung für den kürzlich gestorbenen US-Senator Lindsey Graham teilnehmen. Dieser galt sowohl als wichtiger Unterstützer der Ukraine als auch Israels im US-Kongress.