Was zu viel ist, ist offenbar auch in der ÖVP zu viel: Nachdem die bekannt gewordenen Gesprächsprotokolle das ungustiöse System rund um Wiens Wirtschaftskammer-Boss Walter Ruck ins Licht der Öffentlichkeit gerückt hatten, zieht ÖVP-Chef und Bundeskanzler Christian Stocker am Freitag offenbar erste Konsequenzen.
Wie die „Krone“ berichtete, hatte Stocker bereits kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Walter Ruck Aufklärung und Konsequenzen gefordert.
Der Wirtschaftskammer-Chef selbst hatte sich seither nicht öffentlich zu den Vorwürfen erklärt, in der WKO selbst hatte man ihm die Mauer gemacht. ein Sprecher Rucks verwies auf „nicht verifizierbare und potenziell illegal angefertigte Tonaufnahmen“. Auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hatte sich betont zurückhaltend gezeigt, was die Vorwürfe gegen Ruck anging – was ihm umgehend Kritik von seinem Bundesparteivorsitzenden Andreas Babler einbrachte.
In der Volkspartei – speziell im Kanzleramt macht man jetzt hingegen wohl Nägel mit Köpfen. Wie die „Krone“ erfuhr, wird Bundeskanzler Christian Stocker für Freitagabend eine virtuelle Sitzung des ÖVP-Bundesparteivorstandes einberufen. Dort werden die Vorwürfe gegen Walter Ruck besprochen, „und die richtigen Schlüsse gezogen“, wie es gegenüber der „Krone“ vielsagend hieß.