Politik

Plötzlich strahlen die Präsidenten um die Wette

Plötzlich strahlen die Präsidenten um die Wette

US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Dienstag im Weißen Haus empfangen – dieses Mal unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Gespräch dauerte lediglich eine Stunde. Kiew zeigte sich dennoch zufrieden.

Bei dem Gespräch soll es laut Selenskyj vor allem um weitere US-amerikanische Unterstützung für ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gegangen sein.

„Der Präsident und ich haben über Lizenzen für die Produktion von Patriot-Abfangraketen sowie über verschiedene andere Ideen gesprochen, die hilfreich sein könnten“, erklärte Selenskyj nach dem Treffen auf der Plattform X. „Wir haben auch über Diplomatie gesprochen – es ist wichtig, dass der diplomatische Prozess wiederbelebt wird. Unsere Teams werden die Einzelheiten der weiteren Kommunikation klären.“

Selenskyj sieht „gutes Treffen“
Nachdem ihm die US-Regierung in der Vergangenheit vorgeworfen hatte, undankbar zu sein, ließ der Ukrainer dieses Mal keine Zweifel aufkommen und betonte: „Ich bin den Vereinigten Staaten für ihre entschiedene Unterstützung dankbar.“ Selenskyj sprach von einem „guten Treffen“. Vom Weißen Haus lag noch keine Reaktion vor.

Die USA sehen sich in dem Krieg als Vermittler – ihre Bemühungen für ein Kriegsende sind zuletzt aber auch infolge des eigenen Kriegs gegen den Iran in den Hintergrund geraten. Trump und Selenskyj haben sich in den vergangenen Wochen häufiger gesehen: Anfang des Monats beim NATO-Gipfel in Ankara und Mitte Juni beim G7-Gipfel im französischen Évian.

Beziehung deutlich verbessert
Bei beiden Gipfeln trugen die USA auch gemeinsame Positionen zum Ukraine-Krieg mit, Trump unterstützte auch verschärfte Sanktionen der G7-Gruppe gegen Russland. Der Republikaner hob in Ankara zudem hervor, dass er ein gutes Verhältnis zu seinem ukrainischen Amtskollegen habe.

Im Februar 2025 hatte Trump Selenskyj bei einem Treffen im Weißen Haus noch öffentlich gedemütigt. Trump warf dem ukrainischen Staatschef damals vor, er führe einen aussichtslosen Kampf, riskiere einen Dritten Weltkrieg und habe nicht die Karten in der Hand.

Nach Selenskyj empfing Trump auch noch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu in Washington. Es wurde erwartet, dass alle drei im Anschluss an einer Gedenkveranstaltung für den kürzlich gestorbenen US-Senator Lindsey Graham teilnehmen. Dieser galt sowohl als wichtiger Unterstützer der Ukraine als auch Israels im US-Kongress.

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