Puccinis Opernthriller im Steinbruch
Nach elf Jahren kehrt Giacomo Puccinis „Tosca“ in den Steinbruch zurück und feiert am Mittwoch, 15. Juli, erneut Premiere bei den Opernfestspielen im burgenländischen St. Margarethen – mit einem Ende der etwas anderen Art!
Es ist einer der packendsten Politthriller der Operngeschichte, gestrickt aus einem Mix von Sex, Gewalt und politischer Tyrannei. Die gesamte Handlung rund um den tragischen Versuch der Operndiva Floria Tosca, das Leben ihres Geliebten, des Malers Mario Cavaradossi, aus den Fängen des brutalen Polizeichefs Scarpia zu retten, spielt sich in einem sehr engen Zeitfenster von weniger als 24 Stunden ab – beginnend zu Mittag des 17. Juni 1800 bis zum Morgengrauen des Folgetags.
Nach der Dornhelm-Inszenierung im Jahr 2015 feiert Puccinis „Tosca“ nach elf Jahren erneut in St. Margarethen Premiere. Regie führt diesmal der Steinbruch-erprobte Thaddeus Strassberger, der auch das Bühnenbild entworfen hat und in seiner Inszenierung auf barocke Bildwelten und eine starke Lichtdramaturgie setzt. Dazu gibt es historisch fundierte Kostüme – 271 an der Zahl, kreiert vom Italiener Giuseppe Palella.
Die musikalische Leitung übernimmt erneut Valerio Galli, ein erfahrener Puccini-Spezialist. Joyce El-Khoury, Celine Byrne und Melissa Purnell teilen sich die Rolle der Tosca, Bror Magnus Tødenes, Yongzhao Yu und Adorján Pataki jene des Cavaradossi.
Intendant Daniel Serafin setzt auch in seinem 7. Jahr als Intendant der Festspiele auf eine klassische Interpretation des Werks – das berühmte Ende, Toscas Todessprung vom Dach der Engelsburg, wird hier jedoch anders umgesetzt: „Wir haben uns dafür entschieden, dass sie von einer Rauchwolke umhüllt wird“, so Serafin, „Tosca entschwebt in das ewige, gleißende Licht, sie verlässt die Erde – und wird zum Schutzengel!“