Rapids Seidl: „Jeder denkt, die sind irgendwer!“
Nach dem 1:0 gegen Altach zum Liga-Auftakt geht es munter weiter. Schon am Donnerstag gilt es für Rapid, im Hinspiel bei Paide Linnameeskond in Estland sich eine gute Ausgangsposition im Kampf um den Einzug ins Conference-League-Play-off zu schaffen. „Jeder denkt, die sind irgendwer“, warnt Matthias Seidl.
Rapids Siegeslauf zum Saisonstart hat auch beim Bundesliga-Auftakt gegen Altach kein Ende genommen. Nach dem knappen Heim-1:0 gegen Altach durften Kapitän Matthias Seidl und Co. auch im vierten Pflichtspiel nach Schlusspfiff mit den Anhängern jubeln. „So kann es weitergehen“, betonte Tormann Niklas Hedl.
Rapid zeigte gegen die Vorarlberger verschiedene Gesichter. Zu Beginn war den Gastgebern anzumerken, dass sie den Gegner überrollen wollen, der Anfangsdruck wurde auch rasch dank eines Patzers von Altach-Tormann Dejan Stojanovic bei einem Abschluss von Petter Nosa Dahl belohnt. Danach fehlte die Kaltschnäuzigkeit, um frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. „Wir haben in der ersten Hälfte sehr viel richtig gemacht und hätten das zweite Tor machen müssen“, resümierte Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup.
Seidl: „Dürfen nicht so passiv werden“
So aber blieb es spannend und die Altacher legten nach der Pause eine klare Leistungssteigerung hin. Hinzu kam, dass bei den Heimischen die Kräfte etwas schwanden, sie sich weit zurückfallen ließen und dadurch in Bedrängnis kamen. „Wir haben dann viele falsche Entscheidungen getroffen. Müdigkeit war bei den Spielern sicher mit ein Grund“, wusste Hoff Thorup. Von der vor der Pause vorzeigbaren Ballzirkulation war nichts mehr zu sehen, Topchancen waren plötzlich Mangelware. „Am Ende haben wir ein bisschen zittern müssen, um es über die Zeit zu bringen. Wir müssen da aktiver nach vorne verteidigen, dürfen nicht so passiv werden“, analysierte Seidl.
Sein Team kam aber mit einem blauen Auge davon, auch da bei einer abgerissenen Massombo-Flanke die Stange rettete und Hedl beim Nachschuss von Marko Raguz glänzend reagierte (78.). „Wir hätten uns das Leben viel einfacher machen können, aber solange wir die Spiele gewinnen, soll es mir recht sein“, meinte der Goalie. Wie beim 3:0 im ÖFB-Cup bei Wienerberg gab es einen Zu-Null-Erfolg. Zudem hatte es gegen Santa Coloma im Europacup zwei Siege (3:1,6:2) gegeben. „Siege nimmt man immer gerne mit. Von den Ergebnissen kann man zufrieden sein, von der Leistung waren es gute Spiele mit Potenzial nach oben“, erläuterte Seidl.
Der Papierform nach sollten in den nächsten zwei Wochen auf europäischer Ebene Siege gegen Paide hinzukommen. Die Wiener haben mit mehr als 46 Millionen Euro einen mehr als zehnmal so hohen Marktwert wie der Vierte der estnischen Liga. „Jeder denkt, Estland ist irgendwer, so ist es im Fußball nicht, jeder Gegner international kann halbwegs kicken, hat gute Spieler. Von alleine geht da nichts. Deshalb müssen wir uns wieder top vorbereiten, aber natürlich gehen wir mit dem Anspruch rein, da als Sieger vom Platz zu gehen“, sagte Seidl. Für die Analyse werden die Europacup-Auftritte des kommenden Gegners herangezogen. Laut Hoff Thorup sei ein „unterschiedliches Spiel“ im Vergleich zu den Duellen mit Santa Coloma zu erwarten.
Angenehmere Temperaturen in Estland
Positiv ist für die Wiener, dass sie durch den Trip nach Estland vor der aktuellen Hitzewelle fliehen, am Matchtag sind höchstens 23 Grad angesagt. „Zum Baden ist es top, sonst stellt das Wetter uns Spieler schon vor eine Herausforderung“, gestand Seidl, der abgesehen vom Cup-Auftritt jede Minute spielte. „Matti ist eine Maschine, er ist ein Spieler, für den es besser ist, wenn er im Rhythmus bleibt. Er braucht keine großen Pausen“, sagte Hoff Thorup.