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Rascher Nachschub bei Grippe-Impfstoffen rollt an

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Es ist keine Entwarnung, aber eine Entlastung. Nach dem vergangene Woche von der „Krone“ enthüllten Engpass bei den Grippe-Impfstoffen und harten Verhandlungen seitens des Gesundheitsministeriums ist nun Nachschub im Anrollen. 100.000 Dosen eines anderen Herstellers sind bereits „im Lkw“.

Eine Woche nach dem Alarm um fehlende Grippe-Impfstoffe – die „Krone“ berichtete – gibt es bald zumindest eine erste Atempause: Das Gesundheitsministerium hat am internationalen Markt zusätzlich 100.000 Dosen des Impfstoffs Flucelvax gesichert. „Sie sind bereits im Lkw“, hieß es dazu auf „Krone“-Anfrage am Freitag.

Das Grundproblem bleibt aber darüber hinaus bestehen: Die bis zu 868.000 Dosen Influvac fehlen weiterhin – sie sollen erst im November breitflächig in den Ordinationen ankommen. „Das ist noch keine Entwarnung – aber eine spürbare Entlastung“, sagt Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ).

Kinderärzte und Gynäkologen zuerst
Die Auslieferung der neuen Dosen soll kommende Woche starten und bis Ende Oktober großteils bei Kinderärzten und Gynäkologen in den Ordinationen sein. Damit will man vor allem für Kleinkinder, Schwangere und weitere Risikogruppen eine Immunisierung anbieten können. In Abstimmung mit den Ländern gehen kleinere Mengen auch an Hausärzte. Flucelvax wird in Zellkultur statt im Hühnerei hergestellt und ist in der EU für Erwachsene und Kinder ab sechs Monaten zugelassen.

„Telefoniert, verhandelt, gearbeitet“
Hinter der neuen Lieferung stecken eine Woche Dauerverhandlungen mit Herstellern und Lieferanten. Erst vergangene Woche hatte das Ministerium von einem „regelrechten Impfstoffbasar“ in Europa gesprochen, auf dem Zusatzkontingente oft nur für Stunden zu haben sind. „Wir haben in der vergangenen Woche telefoniert, verhandelt und gearbeitet, was das Zeug hält“, so Königsberger-Ludwig. „Wir bleiben dran und kämpfen weiter um jede zusätzliche Dosis.“

Rechnungshof gibt recht
Für Impfwillige ohne Risikofaktoren ändert sich vorerst wenig. Was letzte Woche noch als schlimmster Fall galt – größere Influvac-Mengen erst im November –, ist nun der erwartete Zeitplan. Und das, während die Influenza-Referenzzentrale mit einem frühen Beginn der Grippewelle rechnet. Der Rechnungshof (RH) folgt der Empfehlung von Königsberger-Ludwig, Risikogruppen zu priorisieren und hat in einem am Freitag veröffentlichten Bericht zum „Gratis-Impfprogramm Grippe, Gürtelrose und Pneumokokken“ dazu geraten, besonders auf Risikogruppen zu achten.

„Angesichts des begrenzten Budgets empfiehlt der Rechnungshof, eine Differenzierung der angestrebten Durchimpfungsrate nach vulnerablen Personengruppen zu prüfen“, hieß es in einer Aussendung. Eine solch differenzierte Vorgangsweise könne auch bei Lieferengpässen in Betracht gezogen werden.