„Respektabel“: Steirische SPÖ offen für Zeiler
Steirische Rote grübelten am Montag über die mögliche Ablöse von SPÖ-Bundesparteichef Andreas Babler. Landesparteichef Max Lercher war um einen gemeinsamen Kurs bemüht. Die Übernahme durch Ex-ORF-Chef Gerhard Zeiler sei durch das Bundesstatut jedenfalls möglich.
Wie Umgehen mit dem Vorstoß von Zeiler, die einst so stolze österreichische Sozialdemokratie zu übernehmen? Zur Beantwortung dieser Frage lud am frühen Montagnachmittag der steirische SPÖ-Chef Lercher den engsten Kreis – Landessteuerungsteam, Bezirkspartei-Chefs, Städtebund und GVV-Vorsitzende – zur Beratung in den Landtagsklub. Offiziell äußern wollte man sich nach der Sitzung nicht. Lercher sei aber der Austausch in dieser heiklen Phase ausgesprochen wichtig gewesen, heißt es.
Es ist auch kein Geheimnis, dass der frischgebackene Ehemann (letzte Woche gab er Langzeitfreundin Michaela Grubesa, nunmehr Lercher, das Jawort) nicht unbedingt zu den größten Fans von Bundesparteichef Andreas Babler zu zählen ist. Dementsprechend positiv wird in Graz auch die Initiative Zeilers bewertet: „Gerhard Zeiler ist eine ernst zu nehmende Persönlichkeit und international sehr erfolgreich in der Wirtschaft. Wenn sich jemand mit so einer Expertise und Erfahrung für die Sozialdemokratie einbringen möchte, ist das respektabel“, heißt es aus der steirischen SPÖ.
Gespräche mit Doskozil und Ludwig
Laut Regelungen des Bundesstatutes sei Zeilers Übernahme jedenfalls möglich, wie auf der steirischen Seite des Semmerings festgehalten wird. Dem Vernehmen nach drängt Lercher auf eine rasche Lösung. Er möchte nun mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil reden, um eine gemeinsame Linie zu finden.