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Robert Palfrader macht sein „Testament“

· Culture

Nach seiner schweren Erkrankung im April macht Robert Palfrader nun sein „Testament“. Es ist das zweite Kabarett-Soloprogramm des Multitalents. in dem er die Memoiren eines Freundes erbt und dessen Grabrede halten soll.

Es geht ganz schön lustig zu dieser Tage in Wien: Zahlreiche Kabarettisten zünden aktuell ihre neuen Programme. Nach Niko Nagl, Andreas Vitásek und Alex Kristan geht Abend Robert Palfrader im Stadtsaal mit seinem zweiten Solokabarett an den Start, das den Titel „Testament“ trägt.

Tragischer Hintergrund: Der 57-jährige Wiener erlitt Anfang April dieses Jahres eine schwere Herzmuskelentzündung und verarbeitet nun nach längerer beruflicher Pause diese schwere gesundheitliche Krise, die ihn mit seiner eigenen Sterblichkeit konfrontierte, in dem aktuellen Stück: „Ich habe zu viel gearbeitet, mein Leben zu stressig gestaltet und ein bisschen zu wenig auf mich aufgepasst“, resümiert Palfrader im „Krone“-Gespräch, „ich habe einen Schuss vor den Bug bekommen, und der war laut und deutlich. Ich habe es verstanden!“

Mit Abschied oder Vermächtnis hat der Titel „Testament“ aber nichts zu tun; „Es geht um die Erinnerung, dass eigentlich nicht viel übrig bleibt von so einem Leben“, erklärt Palfrader: „Maximal ein kleiner, im Idealfall großer Platz im Herzen derer, mit denen man sein Leben verbracht hat. Denn das ist das einzig wirklich Erstrebenswerte, wenn man mich fragt.“

Was ist es, das ein Kabarettist hinterlässt? „Vielleicht den einen oder anderen gelungenen Satz, der hin und wieder verwendet wird“, sinniert er, „ansonsten – und ich hoffe, ich zitiere richtig – bin ich der Meinung von Großmeister Josef Hader, der gemeint hat: ,Das Einzige, was Kabarett verändern kann, ist den Kabarettisten selbst.‘ Dieses Programm ist vielleicht eine kleine Erinnerung daran, dass es recht schnell gehen kann und es vorbei ist.“

Acht Jahre ist es her, dass er erstmals den Schritt allein auf die Kabarettbühne wagte – was hat ihn nun erneut gereizt? „Der Größenwahn fasziniert mich“, so Palfrader, „die Annahme, dass es vollkommen legitim ist, dass man erwartet, dass Leute sich ein paar Stunden Zeit nehmen, einem mindestens 90 Minuten lang zuhören, nichts sagen – und auch noch dafür bezahlen.“

Mit welchem Fazit soll das Publikum aus seinem „Testament“ hinausgehen? Palfrader: „Es hat sich ausgezahlt!